Meterhoch ragt der Grenzzaun zwischen Tijuana und San Diego in den Himmel. Stahlstreben, Stacheldraht, Kameras und Drohnen auf der einen Seite. Spartanisch zusammengeschusterte Hütten, Gewalt und Kriminalität auf der anderen. Von einem Berg auf amerikanischer Seite fällt der Blick direkt auf ein Gebiet in Mexiko, das „Nido de las Águilas“ heißt. Adlernest. Ein Name, der nicht besser passen könnte.
Denn nach Angaben amerikanischer Grenzbeamter hat dieser Ort vor allem eine Funktion: Kartelle nutzen ihn, um jede Bewegung der Border Patrol nachzuverfolgen. Wer fährt wohin? Gibt es eine Stelle, die im Totenwinkel liegt? Wann könnte der richtige Moment sein, um Menschen über die Grenze zu schmuggeln?
Gewaltspirale: Generation um Generation
Diese Konflikte, das „Katz-und-Maus-Spiel mit den Kartellen“, wie Agenten der Border Patrol es nennen, ziehen sich seit Jahrzehnten. Ein Drogenboss wird getötet oder verhaftet, sein Kartell zerfällt und kurz darauf entstehen neue Machtzentren, die von neuen Anführern kontrolliert werden. Auf Pablo Escobar folgte eine neue Generation von Kartellen, auf El Chapo andere Schmugglernetzwerke.
Und auch nach dem Tod des mutmaßlich mächtigsten Drogenbosses Mexikos, El Mencho, stellt sich dieselbe Frage: Wird der Drogenkrieg irgendwann ein Ende haben?







