Es gibt keinen Grund, es schönzureden: Das Abkommen der Europäischen Union mit den USA ist kein guter Deal: 15 Prozent Zoll für die meisten europäischen Produkte, null für amerikanische. Das ist ein drastisches Ungleichgewicht. Zur Wahrheit gehört aber auch: Einen besseren Deal hätte die EU nicht erreichen können. Dazu sind die Europäer sicherheitspolitisch zu abhängig von den Amerikanern. Zudem waren die meisten EU-Staaten, allen voran Deutschland, nicht bereit, sich ernsthaft mit dem wichtigen Handelspartner anzulegen.Deshalb ist es gut, dass die EU den Vertrag endlich wirklich annimmt. Er schafft der europäischen Industrie zumindest ein wenig Planungssicherheit. Die Hängepartie hat viel zu lange gedauert. US-Präsident Donald Trump ist zu Recht ungeduldig geworden. Der Deal im schottischen Turnberry wurde Ende Juli vergangenen Jahres geschlossen. Die USA haben ihren Teil der Abmachung vor einem dreiviertel Jahr umgesetzt.Die EU muss weiter nach anderen Handelspartnern suchenOb der von Europaparlament und Ministerrat erzielte Kompromiss Trump zufriedenstellt, muss sich zeigen. Seine Drohung, die Autozölle auf 25 Prozent zu erhöhen, steht weiter im Raum. Der amerikanische Botschafter bei der EU, Andrew Puzder, hat am Dienstag noch einmal klargestellt, dass die USA keinerlei Änderungen am Turnberry-Deal akzeptieren.Daran haben sich die Europäer nicht gehalten. Das EU-Paparlament hat ein Sicherheitsnetz durchgesetzt. Das erlaubt es den Europäern, schnell auf neue Verwerfungen zu reagieren. Wenn die USA das Abkommen nicht einhalten oder es zu wirtschaftlichen Verwerfungen kommt, kann die EU den Deal ganz oder teilweise aussetzen. Auch erhält das Abkommen ein Ablaufdatum. Es liegt allerdings, anders als vom Parlament gefordert, nun erst nach der nächsten US-Präsidentschaftswahl.Die EU darf hoffen, dass Trump im Moment mit dem Irankrieg andere Sorgen hat, als wegen dieser letztlich überschaubaren Zusätze einen neuen Konflikt zu beginnen. Darauf verlassen kann sie sich nicht. Trump kann jederzeit neu eskalieren. Umso mehr müssen die Europäer weiter alles daran setzen, den Handel mit anderen Staaten zu vertiefen. Erst das verschafft der Industrie mehr Planungssicherheit.
Zolldeal der EU mit Donald Trump: Besser schlecht als gar nicht
Die Einigung auf den EU-US-Zolldeal verschafft der hiesigen Industrie Planungssicherheit. Verlassen sollten sich die Europäer aber nicht darauf.














