PfadnavigationHomePolitikAuslandHandelskonflikt„Wir haben eine Einigung erzielt“ – EU und USA schließen Zoll-DealVeröffentlicht am 27.07.2025Lesedauer: 3 MinutenDie USA und die EU haben sich auf einen Zolldeal geeinigt. Der Zollsatz in Höhe von 15 Prozent auf EU-Importe ist für die Industrie jedoch nur ein „unzureichender Kompromiss“. Die Reporter Steffen Schwarzkopf und Marco Reinke berichten.Die USA und die Europäische Union vereinbaren ein Handelsabkommen mit einem Zollsatz von 15 Prozent für Waren-Importe aus der EU in die USA. Trump spricht von „einem guten Abkommen für alle“.Der Zoll-Streit zwischen der Europäischen Union und Amerika scheint vorerst beendet. Die USA und die Europäische Union haben bei ihrem Handelsabkommen einen Zollsatz von 15 Prozent für Waren-Importe aus der EU in die USA vereinbart. Dies teilte US-Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag mit.„Wir haben eine Einigung erzielt. Es ist ein gutes Abkommen für alle“, sagte Trump nach dem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in seinem Golf-Resort im schottischen Turnberry. Von der Leyen bezeichnete es ebenfalls als „gutes Abkommen“. Von der Leyen sagte zudem, die Einigung werde für Stabilität sorgen. „Sie wird Planungssicherheit bringen. Das ist sehr wichtig für unsere Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks.“ Die 15 Prozent würden branchenübergreifend gelten. Der US-Zollsatz von 15 Prozent auf Importe aus der EU gelte auch für Autos, machte Trump nach der Einigung klar. Damit sinken die Zölle für Autos, die derzeit bei 25 Prozent liegen. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass der Zoll für Automobile und alles andere ein pauschaler Zollsatz von 15 Prozent sein wird“, erklärt Trump, stellte aber klar, dass die 50-Prozent-Zölle auf Stahl und Aluminium weiter gelten.Für Stahl wiederum stellt EU-Kommissionspräsidentin künftig niedrigere US-Zölle in Aussicht: „Die Zölle werden gesenkt und ein Quotensystem eingeführt“, sagte von der Leyen. „Bei Stahl und Aluminium stehen die Europäische Union und die USA vor der gemeinsamen Herausforderung globaler Überkapazitäten. Wir werden zusammenarbeiten, um einen fairen globalen Wettbewerb zu gewährleisten und Hindernisse zwischen uns abzubauen.“Null Prozent US-Zölle auf einige strategische ProdukteZudem hat die EU einen gegenseitigen Zollsatz von null Prozent auf eine Reihe von anderen Produkten erreicht. Dazu gehörten jeweils bestimmte Luftfahrtkomponenten, Chemikalien, Generika, Halbleiterausrüstung, Agrarprodukte und einige kritische Rohstoffe, erläuterte von der Leyen. Die vereinbarten US-Zölle von 15 Prozent gelten ihren Worten zufolge auch für Pharmaprodukte und Halbleiter.Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßt die Einigung der EU mit den USA. So könne eine unnötige Eskalation in den transatlantischen Handelsbeziehungen vermieden werden, sagte der CDU-Chef am Sonntag. „Mit der Einigung ist es gelungen, einen Handelskonflikt abzuwenden, der die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart getroffen hätte. Dies gilt besonders für die Automobilwirtschaft, bei der die gegenwärtigen Zölle von 27,5 Prozent auf 15 Prozent fast halbiert werden. Gerade hier ist die schnelle Zollsenkung von größter Bedeutung.“Merz räumte aber ein, dass er sich weitere Erleichterungen im transatlantischen Handel gewünscht hätte. „Von stabilen und planbaren Handelsbeziehungen mit Marktzugang für beide Seiten profitieren alle – diesseits wie jenseits des Atlantiks, Unternehmen wie Verbraucher.“ Nun gehe es an die Verhandlungen über die Details der Einigung.Zuvor war mit Spannung erwartet worden, ob es bei dem Gespräch zu einer Einigung kommt. Trump hatte der EU Zölle in Höhe von 30 Prozent auf europäische Importe ab dem 1. August angedroht. Trump deutete an, dass die EU nicht mit weniger als 15 Prozent US-Zöllen rechnen könnten. Die USA hätten über die Jahre hinweg eine sehr gute Beziehung mit der EU gehabt, aber es sei ein einseitiges Geschäft gewesen, das für die USA unfair gewesen sei. „Und ich denke, beide Seiten wollen Fairness“, ergänzte er.Trump stört sich an den großen Defiziten der Vereinigten Staaten im Handel mit zahlreichen anderen Ländern und Regionen wie China, Japan oder der EU. Mit den Zöllen will er die Defizite verringern und Steuersenkungen in den USA gegenfinanzieren. Mit Japan hat Trump gerade ein Abkommen abgeschlossen, das Zölle von 15 Prozent sowie zahlreiche weitere Zugeständnisse Japans vorsieht. dpa/rtr/saha
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Die USA und die Europäische Union vereinbaren ein Handelsabkommen mit einem Zollsatz von 15 Prozent für Waren-Importe aus der EU in die USA. Trump spricht von „einem guten Abkommen für alle“.











