Irgendwann warf Niklas Kabisch die roten Linsen einfach in den Mixer, 300 Gramm. Das ist das Drei- bis Vierfache einer normalen Portion, für ihn war es Standard. Hauptsache, Proteine, möglichst viele, möglichst schnell. Acht Jahre ist das her, Niklas Kabisch war damals 20 Jahre alt. Er erzählt, wie er die Linsen aus einer Tupperdose in der Straßenbahn löffelte, danach ging es im Laufschritt zum Hörsaal. Niklas Kabisch studierte Psychologie, doch seine Gedanken kreisten nicht um Seminare oder Vorlesungen, sondern hauptsächlich um seinen Körper. Er wollte zunehmen – und die ganze Masse in Muskeln umwandeln. Dafür ging er sechsmal in der Woche ins Fitnessstudio. Das Studio hatte jeden Tag 24 Stunden geöffnet. Perfekt für ihn: Manchmal trainierte er morgens um fünf Uhr, manchmal nachts um halb eins.
Warum leiden junge Männer an Muskelsucht?
Niklas Kabisch geht sechsmal die Woche ins Fitnessstudio und schaufelt Proteine in sich hinein, bis er erbrechen muss. Er hat Muskeldysmorphie, eine Störung, die vor allem junge Männer betrifft.











