Die US-Notenbank Fed hat einen neuen Chef: Kevin Warsh (56) löst Jerome Powell (73) ab, dessen Amtszeit nach acht Jahren endete. Warsh war die Wahl von Präsident Donald Trump (79), der die Währungshüter unter massiven Druck setzt, damit sie den Leitzins senken. Den scheidenden Powell hatte Trump zuletzt monatelang bepöbelt („Vollidiot“) und sogar juristisch bedrängt, obwohl er auch ihn 2017 selbst ausgewählt hatte. Die Manöver blieben jedoch erfolglos.

Warsh ist ein erfahrener Notenbanker, der schon 2006 bis 2011 Mitglied im Fed-Gouverneursrat war. Unter den Notenbank-Watchern gilt er eigentlich als eine konservative Wahl, ein geldpolitischer „Falke“. Zuletzt fiel Warsh aber auch als geschmeidiger Trump-Loyalist auf.Alle schauen nun auf den Neuen, der demnächst vereidigt wird. Wie die US-Geldpolitik funktioniert und warum sie für Trump und die gesamte Weltwirtschaft so wichtig ist, erklären die folgenden Grafiken.

Von Tauben und FalkenDie Fed soll – wie die Europäische Zentralbank – für stabile Preise sorgen. Sie hat – anders als die EZB – die gleich wichtige Aufgabe, maximale Beschäftigung zu ermöglichen. Das wichtigste Steuerungsinstrument aller Notenbanken ist der Leitzins. Ob und wann er erhöht oder gesenkt werden sollte, ist häufig umstritten. Beobachter sprechen deshalb bildlich von zwei Lagern: