Wenn Wale leiden, bricht vielen Menschen das Herz. Hässlichere Tiere werden dagegen oft übersehen. Zeit für eine Würdigung.
A us den Augen, aus dem Sinn. Kaum lag der arme Wal nicht mehr vor der deutschen Küste, kümmerte sich niemand mehr um ihn. Zumindest nicht die mediale Öffentlichkeit. Nun wissen wir: Timmy ist tot, der wochenlange Rummel war vergebens, und in ein paar Tagen wird niemand mehr über ihn sprechen.
Was wir nicht sehen, beschäftigt uns nicht. Können Sie sich zum Beispiel noch an die Autofahrten erinnern, bei denen man am Ende die Windschutzscheibe schrubben musste? Überall klebten Insekten. Gibt es nicht mehr. Wo sind die alle hin?
Vor knapp zehn Jahren machte die Krefelder Studie Schlagzeilen. Die Anzahl der Insekten sei bundesweit um mehr als 75 Prozent geschrumpft. Das ist ein Problem. Wer bestäubt den Großteil der Nutzpflanzen auf den Feldern, wenn es keine Bienen, Fliegen und Falter gibt? Wer zersetzt den Biomüll, wenn es keine Käfer und Larven gibt?
Außerdem gehören Insekten zur Basis fast jeder Nahrungskette. Wo sie fehlen, schwinden die Populationen von Vögeln, Fledertieren, Amphibien und Fischen. Klingt nach Apokalypse. Sorgen machen wir uns deshalb trotzdem keine. Weil es ja nur Insekten sind.














