Mithilfe eines Schleppers und eines Lastkahns wurde der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal, von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt, in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee und gen Atlantik gebracht. Vor mehr als einer Woche wurde er in der Nordsee freigelassen. Jetzt ist offiziell: Das Tier hat nicht überlebt, der Wal ist vor Dänemark gestrandet und tot. Verfolgen Sie hier die Entwicklungen im Newsticker: Wal-Newsblog vom 16.5.2026 16.09 Uhr: Behörden: Toter Wal vor Dänemark ist gestrandeter Ostsee-Wal Bei dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt handelt es sich nach Angaben der Behörden um den als „Timmy“ bekannten, zuvor in der Ostsee gestrandeten Buckelwal. An dem Tier wurde ein zuvor angebrachter Tracker gefunden, wie das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern und die dänische Umweltbehörde mitteilten. 12:38 Uhr: Tierärztin will toten Wal vor dänischer Insel begutachten Ein Vertreter der dänischen Naturbehörde will am Mittag zusammen mit einer deutschen Tierärztin den vor der Insel Anholt liegenden toten Wal nochmals begutachten. Das sagte Morten Abildstrøm von der Behörde Naturstyrelsen der Deutschen Presse-Agentur. Möglicherweise könne die Tierärztin herausfinden, ob es sich bei dem verendeten Tier um den zuvor mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal handle, sagte Abildstrøm.Die Tierärztin gehört zu der privaten Initiative, die den vor der Insel Poel gestrandeten Wal per Lastkahn Richtung Nordsee transportiert hatte – eine Aktion, von der viele Experten zuvor abgeraten hatten. Ob ein Gewebestück des Wals auch nach Deutschland geschickt werden solle, sei bislang nicht bekannt, sagte der dänische Behördenvertreter Abildstrøm. Er sagte, dass es momentan keine Pläne gebe, den Wal-Kadaver zu entfernen. Da er weit vom Strand entfernt liege, störe er niemanden, meinte er, und fügte hinzu, dass sich derzeit mehrere Dutzend Möwen an dem toten Tier satt äßen. 8:14 Uhr: Weitere Untersuchungen an totem Wal vor Dänemark geplant Handelt es sich bei dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt um jenes Tier, das seit März fünfmal an der deutschen Küste gestrandet war und schließlich in einer aufwendigen Aktion Anfang Mai in die Nordsee gebracht wurde? Eine Tierärztin, die an der privaten Transportaktion beteiligt war, reiste am Freitag nach Anholt und inspizierte den Wal-Kadaver – doch das habe keine Klarheit gebracht, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit.Am Samstag sollen weitere Untersuchungen folgen, kündigte Backhaus an. Die Tierärztin werde den Wal noch einmal in Augenschein nehmen, erläuterte ein Sprecher des Ministers. Nach dänischen Angaben liegt der Kadaver etwa 75 Meter vor dem Strand. Das Wasser ist dort hüfttief, wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist. Der tote Meeressäuger liegt auf dem Rücken.Ein Abgleich des Musters auf der Schwanzflosse könnte bei der Identifizierung des Wals helfen. Jeder Wal hat ein individuelles Muster auf der Fluke – quasi wie ein Fingerabdruck. Allerdings liegt die Schwanzflosse des Tiers unter Wasser und ist deshalb nicht genau zu erkennen. Journalisten nahmen die Fluke am Abend mit einer Drohne aus der Luft aus verschiedenen Blickwinkeln auf. Wal vermutlich seit einiger Zeit tot Der Meeressäuger sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, hatte die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen berichtet. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal war mithilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt worden. Experten kritisierten die Aktion und stuften die Überlebenschance des verletzten und geschwächten Tiers damals als sehr gering ein.Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Stück aus der Schwanzflosse sei abgetrennt worden und solle nach Deutschland gebracht werden. Abildstrøm hatte den gestrandeten Wal aus direkter Nähe inspiziert, als dem toten Tier die Gewebeprobe entnommen wurde. Wo die Probe untersucht und womit das Material verglichen werden soll, war zunächst unklar. Was ist mit dem GPS-Sender? Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai wurde nach Angaben der privaten Hilfsinitiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. Das Schweriner Umweltministerium bekam nach eigenen Angaben keine Daten von der Initiative geliefert. Nach dänischen Angaben wurde bei dem vor Anholt entdeckten Kadaver kein Sender gefunden. Wal-Newsblog vom 15.5.2026 17:54 Uhr: Toter Wal hat Blut am Bauch Mittlerweile sind einige Reporter deutscher Medien auf der dänischen Insel Anholt angekommen. Die Videonachrichtenagentur „News5“ zeigt im Livestream den toten Wal. Er liegt auf dem Rücken, still im Meer. Der Bauch des Kadavers ist versehen mit blutigen Stellen. Um ihn herum fliegen immer wieder Möwen und andere Vögel. 16:38 Uhr: Vergleich der Schwanzflossen könnte Klarheit bringen Ob es sich bei dem toten Wal um „Timmy“ (oder „Hope“) handelt, könnte schon bald per Flukenvergleich festgestellt werden. Dafür müsste ein Foto mit ausreichender Qualität von der Schwanzflosse gemacht werden, um dieses mit einem Foto der Fluke von „Timmy“ zu vergleichen. Die Fluke eines Wals sei sehr individuell, sagte Meeresbiologe Fabian Ritter in einer Sondersendung bei „Bild“. „Vergleichbar mit dem Fingerabdruck bei uns Menschen.“ Die Position des toten Wals im Meer entscheide, wie gut ein Foto der Fluke ausfallen könne. Auch ein Unterwasserfoto könnte eine Option sein, sagte Ritter. Bereits am Vormittag hatte die Tierschutzorganisation „Stranded no more“ einen Flukenvergleich vorgenommen. In einem Beitrag auf X erklärt sie, warum es sich bei dem toten Wal nicht um den vor zwei Wochen freigelassenen Buckelwal handelt. „Der tote Buckelwal hat deutlich schwarze Pigmentierungsmarkierungen auf dieser Flosse, die Bucki/Hope/Timmy nicht hat.“Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. 14:48 Uhr: Gewebeproben werden in Dänemark untersucht Die von dem toten Wal entnommenen Gewebeproben werden nicht nach Deutschland, sondern an zuständige dänische Experten und Forschungseinrichtungen geschickt. Das teilte die dänische Umweltschutzbehörde dem Tagesspiegel auf Anfrage mit. Außerdem konnte der tote Wal zweifelsfrei als Buckelwal identifiziert werden. Ob es sich um „Timmy“ (oder „Hope“) handelt, werden die Ergebnisse zeigen.Der Buckelwal befindet sich in einiger Entfernung von der Küste der dänischen Insel Anholt mitten im Meer zwischen Dänemark und Schweden. Er liegt in einer Tiefe von etwa ein bis zwei Metern. Auf einem Foto von der Deutschen Presse Agentur sieht es aus, als würde er mit dem Bauch nach oben liegen. Ein toter Buckelwal liegt vor der Küste der dänischen Insel Anholt. © picture alliance/dpa/Jonas Walzberg 13:57 Uhr: Toter Wal hat laut Naturaufseher keinen Sender Beim vor der Insel Anholt gefundenen toten Wal wurde kein GPS-Sender gefunden. Das teilte Morten Abildstrøm, der Chef der Anholter Naturschutzbehörde, der Deutschen Presse Agentur mit. Abildstrøm hatte den gestrandeten Wal aus direkter Nähe inspiziert, als dem Tier eine Gewebeprobe aus der Schwanzflosse entnommen wurde. Diese Probe soll nun nach Deutschland geschickt und dort untersucht werden. Abildstrøm sagte, er sei sich zu 95 Prozent sicher, dass es sich bei dem verendeten Meeressäuger um einen Buckelwal handle. Er könne es aber nicht mit Sicherheit sagen, da der Wal auf der Seite und halb unter Wasser liege. Ob es sich um „Timmy“ (oder „Hope“) handelt, ist also weiterhin unklar. 11:28 Uhr: Toter Wal vor dänischer Küste laut Naturaufseher „höchstwahrscheinlich Timmy“ Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Das Tier liege etwa 75 Meter vor der Küste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichteten die Nachrichtenagentur Ritzau und das Boulevardblatt „Ekstra Bladet“ unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen. Eine direkte Anfrage an die Behörde blieb bislang unbeantwortet.Sowohl deutsche als auch dänische Forscher glauben, dass es sich höchstwahrscheinlich um Buckelwal Timmy handelt.Morten Abildstrøm, NaturschutzbehördeUnklar war zunächst, ob es sich um den Buckelwal (von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt) handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak (Nordsee) transportiert worden war.Morten Abildstrøm von der Naturschutzbehörde in Anholt sagte dem dänischen Sender DRTV allerdings auf Anfrage: „Sowohl die deutschen als auch die dänischen Forscher, mit denen ich gesprochen habe, glauben, dass es sich höchstwahrscheinlich um den Buckelwal Timmy handelt.“ Unabhängig überprüfen ließ sich diese Vermutung bislang allerdings nicht. Der Aufseher der Anholter Naturschutzbehörde ergänzte, dass er noch heute versuchen werde, eine Gewebeprobe des Wals zu entnehmen, um diese Theorie zu bestätigen oder zu widerlegen. „Die Probe wird dann zur weiteren Untersuchung eingeschickt“, so Abildstrøm. Demnach habe „ein deutscher Tierarzt, der in den Fall Timmy involviert war“, ihn um diese Gewebeprobe gebeten. Bereits zuvor sagte der Naturaufseher dem Sender TV 2 Østjylland, dass das Tier schätzungsweise 10 bis 15 Meter lang sei. Derzeit gebe es keine Pläne, den Wal zu bergen. Das könne sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibe, hieß es weiter. In Videoaufnahmen des TV-Senders war zu sehen, wie ein Wal vor einer Küste im seichten Wasser auflag. Der in Dänemark gefundene tote Wal beschäftigt derweil auch das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern. Auf Anfrage des Tagesspiegels ließ Umweltminister Till Backhaus über seine Behörde mitteilen, dass man „in engem Kontakt“ mit der dänischen Umweltbehörde stehe, um zu erfahren, ob es sich bei dem toten Wal um den in der Wismarbucht gestrandeten Wal handelt. „Bevor gesicherte Informationen vorliegen, beteilige ich mich nicht an Spekulationen“, sagte der SPD-Politiker.Ob von der Behörde jemand oder Landes-Umweltminister Till Backhaus selbst Richtung Anholt fahren werde, werde man im Laufe des Tages besprechen und entscheiden, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher. Die Insel Anholt liegt mitten im Kattegat – in dem Gewässer zwischen Dänemark und Schweden. Den Angaben zufolge fährt nur einmal am Tag eine Fähre auf die Insel. Wal-Newsblog vom 14.5.2025 21:59 Uhr: Buckelwal vor Dänemark aufgetaucht – ist es Timmy? Vor der dänischen Insel Anholt ist im Naturschutzgebiet Flakket ein großer Wal nahe der Küste gesichtet worden. Die dänische Naturschutzbehörde vor Ort geht laut dem Sender TV2 Østjylland von einem vermutlich gestrandeten Buckelwal aus (geschätzt 10 bis 15 Meter), der rund 75 Meter vor dem Ufer liegt. „Bild“ greift den Bericht auf und schreibt, in dänischen Medien werde spekuliert, ob es sich dabei um Timmy handeln könnte – eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Nach „Bild“-Angaben soll auf Fotos erkennbar sein, dass der Wal „keine gesunde Haut“ habe; Inselbewohner würden deshalb vermuten, das Tier sei bereits tot. Bestätigt ist das nach derzeitigem Stand jedoch nicht.Die dänische Behörde beobachtet die Lage; solange das Tier nicht näher an Land treibt, ist den Berichten zufolge keine Bergung geplant. Wal-Newsblog vom 13.5.2026 15:01 Uhr: Beteiligter Wal-Retter wertet Einsatz als „erfolgreiche Rettungsaktion“ Der gebürtige Peruaner Sergio Bambarén war maßgeblich an der Rettungsaktion für Buckelwal „Timmy“ beteiligt und wurde von Mitgliedern der privaten Initiative gegenüber den Medien mehrfach als „Walflüsterer“ bezeichnet. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Videonachrichtenagentur News5 schilderte der Schriftsteller nun seine persönlichen Eindrücke zur Wal-Rettung. Der Schriftsteller betonte, dass es eine derartige Rettungsaktion „weltweit so noch nie gegeben“ habe. Dabei räumte der 65-Jährige aber auch ein: „Es wurden Fehler gemacht.“ Auf konkrete Nachfrage, was aus seiner Sicht der größte Fehler gewesen sei, sagte er: „Als sie den Wal freigelassen haben“ – ohne allerdings zu konkretisieren, wen er mit „sie“ meint. Sämtliche Angaben Bambaréns zur Freilassung ließen sich nicht unabhängig überprüfen, da Videoaufzeichnungen von der Freisetzung bislang nicht veröffentlicht wurden.Auch seien zwischen an der Rettungsaktion Beteiligten möglicherweise „Worte gefallen, die niemals hätten gesagt werden dürfen“. Doch „wenn man alle Fehler zusammenzählt, die wir oder andere gemacht haben – dann war das wirklich eine erfolgreiche Rettungsaktion“, resümierte er und ergänzte: „Wir konnten das Unmögliche möglich machen.“ Welche konkreten Fehler und Worte er damit meinte, ließ Bambarén offen. Der Umweltschützer wurde nach eigenen Angaben vom Investor der privaten Rettungsinitiative Walter Gunz ins Team geholt. Im Interview übte er schließlich Kritik gegenüber nicht benannten Personen, die ebenfalls in einem unbekannten Ausmaß an dem Einsatz beteiligt gewesen sein sollen. Er sprach in dem Zusammenhang von „Leuten, die absolut keine Ahnung von Walen haben“, betonte im Verlauf des Interviews aber auch mehrfach: „Es ist alles nur meine persönliche Sicht.“Am Tag der Freilassung sei Bambarén „nicht vor Ort“ gewesen, sondern habe sich zusammen mit anderen Experten an Bord des Schiffs „Arne Teselius“ befunden. „Sie haben uns nicht auf den Lastkahn gelassen“, sagte er und ergänzte, dass man den Ausschluss mit „dummen Gründen“ wie etwa Sicherheitsbedenken oder dem höheren Alter der Beteiligten gerechtfertigt habe. „Ich fing an zu merken, dass etwas nicht stimmte“, sagte er und fügte hinzu, dass er auch in Anbetracht der mittlerweile eingeschalteten Anwälte verschiedener Parteien „nun sehr vorsichtig sein“ müsse mit dem, was er sage. Bambarén wurde im Interview immer wieder gefragt, welche Person bei der Freilassung die Befehle gegeben habe und wer konkret ihm den Zugang zu dem Lastkahn verwehrt habe. Der Umweltschützer erwiderte: „Das ist eine Antwort, die ich nicht geben kann, weil ich es nicht genau weiß.“Der Umweltschützer, der sich im Interview selbst als „sehr spirituellen Menschen“ bezeichnete, berichtete sichtlich emotional von seiner Begegnung mit dem Buckelwal. Die erste Kontaktaufnahme sei demnach „wie immer bei Walen“ dadurch erfolgt, dass er sich dem Tier mit einem Schnorchel ausgestattet vorsichtig im Wasser genähert habe. Dann habe Bambarén „angefangen, mit dem Wal zu sprechen und zu singen“. Der Meeressäuger habe daraufhin seine Augen geöffnet und ihn „angestarrt“. In dem Moment habe der Schriftsteller dem Wal ein Versprechen gegeben: „Ich würde ihn da rausholen und aufs offene Meer bringen.“Die Idee, den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal via Barge in die Nordsee zu transportieren, sei dem Aktivisten zufolge die richtige Entscheidung gewesen. „Der Lastkahn hat perfekt funktioniert und war ein Erfolg“, sagte Bambarén. Als der Meeressäuger in die Barge geleitet wurde, habe er demnach „seinen Kopf einfach auf zwei Sandsäcke gelegt, seinen Schwanz auf einen anderen Sandsack und er schlief einfach ein, weil er so müde war.“Dem Schriftsteller zufolge seien die Überlebenschancen für den Buckelwal noch vor dem Transport in die Nordsee hoch gewesen. „Wir wussten, dass die Chancen gut standen, weil der Wal leben wollte. Seine Verletzungen waren gering. Das Einzige, was uns ein wenig Sorgen machte, war, dass vielleicht noch Netze im Maul des Wals sein könnten.“ Zwischenzeitlich habe man ein wenig in das Maul des Tiers hineinblicken können. „Wir haben nichts gesehen“, betonte Bambarén.Die Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus beschrieb der Umweltschützer als weitestgehend gut. Es habe demnach viel „Einigkeit gegeben“ und man habe es bei der Rettungsaktion „mit viel Bürokratie zu tun gehabt“, aber das sei nun einmal der „Job der Behörden“. Zudem nahm Bambarén eine an der Rettung beteiligte Person namens „Danny“ in Schutz, über die in den Medien viel Schlechtes geschrieben worden sei. Dabei handelt es sich mutmaßlich um den rechten Aktivisten Danny Hilse, der nach eigener Aussage eine Kundgebung für das umstrittene Bündnis „Gemeinsam für Deutschland!“ organisierte und für die AfD wirbt. Wal-Newsblog vom 12.5.2026 16:01 Uhr: Geldgeberin zufolge sendet Tracker „keine Signale mehr“ Wie die Geldgeberin der privaten Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, gegenüber der „Bild“-Zeitung berichtete, soll der an dem freigelassenen Buckelwal angebrachte Sender seit Sonntag keine Signale mehr senden. „Im Moment haben wir keine Signale mehr“, sagte sie dem Medium. Bereits zuvor soll das Gerät demnach nur noch „Datenmatsch“ von sich gegeben haben, berichtet das Blatt unter Berufung auf die Unterstützerin.Walter-Mommert brachte gegenüber der „Bild“ eine weitere Vermutung ins Spiel: „Ich habe aber auch die Befürchtung, dass der Tracker bei der unsachgemäßen Freilassung, die wir so nicht wollten, beschädigt worden sein könnte.“ Die Verantwortlichen der privaten Rettungsinitiative hatten zwischenzeitlich einige Mitglieder der Schiffsmannschaft hinsichtlich der Art und Weise der Freilassung kritisiert. Daraufhin hatte die Hamburger Anwaltskanzlei Cronemeyer Haisch im Auftrag der JEB Bereederungsgesellschaft und der Crew die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Demnach sei die Freilassung „auf Anweisung der Privatinitiative“ bereits am Freitag, dem 1. Mai, eingeleitet worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben beider Seiten bislang nicht, da bislang keine Videoaufzeichnungen von der Freilassung veröffentlicht wurden. 14:30 Uhr: Tierärztin über Umstände der Freilassung und Wal-Sichtungen In dem Podcast „Tierisch menschlich“ der Wissenschaftsautorin Katharina Adick und des Hundeprofis Martin Rütter schilderte die Tierärztin der privaten Rettungsinitiative Kirsten Tönnies ihre persönlichen Eindrücke von den Vorgängen der Freilassung des Buckelwals „Timmy“ in der Nordsee. Dabei äußerte sich die Inhaberin einer Tierarztpraxis in Hattersheim auch zu den bürokratischen Herausforderungen während der Rettungsaktion und zu den Forderungen seitens des Umweltministeriums Mecklenburg‑Vorpommern. So habe man bereits vor dem Heranführen des Wals an den Lastkahn alleine zu den „Strippen und Schläuchen, mit denen man ihn auf die Barge gezogen hat, (…) vier Stellungnahmen und drei Zeichnungen“ anfertigen müssen. Die Angaben von Tönnies ließen sich nicht unabhängig überprüfen – hierbei handelt es sich offenbar mehr um persönliche Eindrücke der Tierärztin.Stellungnahmen, Stellungnahmen, Stellungnahmen. Da der Knoten, so die Schlaufe – seitenlang.Dr. Kirsten Tönnies, VeterinärmedizinerinAuch bei kleinen Ergänzungen – wie beispielsweise einer Erlaubnis seitens Tönnies, dass man den Wal auch mit einem Schlauchboot leiten dürfe – habe die Veterinärmedizinerin erneut Gutachten in Deutsch und Englisch abgeben müssen. „Stellungnahmen, Stellungnahmen, Stellungnahmen (…) Da der Knoten, so die Schlaufe – seitenlang. Wir haben bis nachts nach zwei Uhr da gesessen und Stellungnahmen geschrieben, mussten aber morgens um 6 Uhr wieder raus“, sagte sie in dem Podcast. Diese seien eingefordert worden, „nur aus Angst, falls etwas schiefgeht. Damit die sich tausendfach abgesichert haben.“ Auch die Wal-Experten aus den USA hätten sich über die deutsche Bürokratie gewundert. Darüber hinaus berichtet die Kleintierärztin, dass ihr gleich „mehrfach von verschiedenen Seiten ein Filmausschnitt zugeschickt worden“ sei, der Tönnies’ Aussage zufolge Buckelwal „Timmy“ zeigen könnte: „Alle fragen: Ist der das? Dann sage ich: Die Finne sieht genau so aus – noch immer von der Zinksalbe diese Reste.“ Auf der Finne habe sie außerdem ein „komisches schwarzes Ding“ entdecken können, das wie der zuvor angebrachte Tracker ausgesehen haben soll, sagte sie in der Podcast-Sendung, die bereits am 9. Mai aufgezeichnet wurde.Leider wisse Tönnies nach eigenen Angaben nicht, wo das Video aufgezeichnet wurde. Bislang sei sie außerdem „nicht dazu gekommen“, sich näher mit diesen Aufnahmen zu beschäftigen. Wann und wo diese Aufnahmen entstanden sein sollen und welches Tier darauf mutmaßlich zu sehen ist, konnte nicht unabhängig überprüft werden, da dem Tagesspiegel diese Aufnahmen nicht vorliegen. Tönnies äußert hier Vermutungen.Tönnies äußerte sich in dem Podcast auch zu dem Moment, als Buckelwal „Timmy“ aus der Barge in die Nordsee entlassen wurde. Zwar sei sie nach eigenen Angaben „auf der Toilette gewesen, als der rauskam“. Auch sei sie nicht an Bord der Barge gewesen. Kurz danach habe sie aber zusammen mit anderen Helfern von einem anderen Boot aus gesehen, wie das Tier nach seiner Freilassung „drei bis viermal hintereinander geblasen“ habe. Daraufhin habe sie den Wal-Experten Pedro Baranda aus Mexiko zur Freilassung befragt, der ihr demnach bestätigt habe, das Tier habe „sofort gut geblasen, gut geatmet. Der geht jetzt runter. Der ist jetzt erst mal weg.“ Unabhängig überprüfen ließen sich auch diese Angaben nicht, da es keine Videoaufnahmen von der Freisetzung gibt. Am 28. April 2026 äußerte sich Kleintierärztin Kirsten Tönnies in Kirchdorf vor Medienvertretern zur bevorstehenden Wal-Rettung. © dpa/Philip Dulian 10:55 Uhr: CDU kritisiert SPD-Politiker Till Backhaus Bei einer Sitzung des Landtags Mecklenburg-Vorpommerns hat der CDU-Fraktionschef Daniel Peters den SPD-Politiker und Landesumweltminister Till Backhaus im Zusammenhang mit seinem Engagement für die Rettungsaktion rund um Buckelwal „Timmy“ massiv kritisiert. Zuvor berichtete das Nachrichtenportal „Nordkurier“. Demnach soll Peters dem Medium zufolge infrage gestellt haben, ob so viel „Rummel“ wirklich nötig gewesen sei, und eine „lückenlose Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen, Genehmigungsverfahren und Kosten“ gefordert haben. Viele Fotos von Schwesigs fleißigstem Mann, das war wohl das Ziel.Daniel Peters, CDU‑Fraktionschef, laut „Nordkurier“Peters stellte dem Bericht zufolge auch infrage, ob der Minister die Wal-Rettung möglicherweise „über fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt“ habe. Demnach sei in einem „sensiblen Bereich gebaggert“ worden, was den CDU-Politiker zu der Vermutung veranlasse, es habe eine „großzügige Ausnahmeregelung“ gegeben. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben bislang nicht. Wal-Newsblog vom 11.5.2026 13:25 Uhr: Privatinitiative bleibt Daten weiterhin schuldig Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns hatte den Rettungsversuch für Buckelwal „Timmy“ von der privaten Initiative „geduldet“. Grundlage dafür war ein vorgelegtes Rettungskonzept, das die Helfer Umweltminister Till Backhaus noch vor der Freilassung des Meeressäugers in der Nordsee vorgelegt hatten. Darin waren laut dem Minister drei Dinge vereinbart worden: Die Initiative übermittelt GPS-Koordinaten zum Verbleib des Wals, noch vor der Freilassung sollte ein tierärztliches Gutachten erfolgen, außerdem sollte seitens der Verantwortlichen Videoaufnahmen vom Moment der Freisetzung übermittelt werden. Keine Daten. Keine Rückmeldung auf unser Schreiben.Sprecherin des Umweltministeriums Mecklenburg-VorpommernAuch am heutigen Montag hat die private Rettungsinitiative diese Daten offenbar immer noch nicht zur Verfügung gestellt. Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums dem Tagesspiegel auf Nachfrage bestätigte, ist „der Sachstand nach dem Wochenende leider unverändert“. Sie konkretisierte: „Keine Daten. Keine Rückmeldung auf unser Schreiben.“ Aktuell prüfe man im Ministerium immer noch, ob das zuvor vereinbarte Rettungskonzept als Grundlage ausreicht, „um die Herausgabe der Daten möglicherweise doch einzuklagen“, wie die Sprecherin bereits vor dem Wochenende mitgeteilt hatte. Derweil berichten die Reporter der Videonachrichtenagentur News5 unter Berufung auf Quellen im Rettungsteam, dass die private Initiative offenbar am heutigen Montag über das weitere Vorgehen beraten möchte. Bei Anfragen verweise man aktuell darauf, „dass es heute eine Besprechung der Initiative gibt“, sagte News5-Journalist Sven Grundmann in einem Livestream am Montagmorgen. Ob heute tatsächlich eine interne Beratung der privaten Rettungsinitiative stattfindet und ob man danach vor die Presse treten wird, ist indes unklar. Eine Anfrage des Tagesspiegels an die Rechtsanwältin der privaten Rettungsinitiative, Constanze von der Meden, blieb bislang unbeantwortet. Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. 8:30 Uhr: News5-Reporterin über fehlende Videoaufnahmen und Für die süddeutsche Videonachrichtenagentur News5, die die Rettungsaktion rund um den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal (von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt) seit dem ersten Tag begleitete, berichtete unter anderem auch die Reporterin Theresa Treuheit. In einem Beitrag für das Nachrichtenportal „Nordbayern“ äußerte sie sich nun über ihren achttägigen Einsatz vor Ort und über fehlende Livebilder von der Buckelwal-Freilassung in der Nordsee. Am Morgen der Freisetzung sei aus ihrer Sicht vor allem eine Sache „aufällig“ gewesen, wie sie schreibt: „Normalerweise existierten von nahezu jedem wichtigen Moment Videoaufnahmen vom Rettungsteam. Von diesem entscheidenden Augenblick jedoch offenbar nicht. Als wir selbst mit unserer Drohne in der Luft waren, war Hope bereits draußen.“Treuheit äußerte sich auch zu einem Vorfall auf der Ostsee, bei dem das Boot der Reporter auf offener See von einem Schlepper der privaten Initiative bedrängt worden sein soll. Dabei habe man der Reporterin zufolge „mehrfach versucht, unser Boot abzudrängen, obwohl wir uns an jegliche Vorschriften und den vorgegebenen Abstand gehalten haben“. Der Vorfall sei so „von der Bundespolizei bestätigt“ worden.Auch News5-Reporter Sebastian Peters berichtete in einem Livestream-Video von dem Vorfall und betonte: „Hätten wir in dem Moment nicht Gas gegeben, dann hätten die uns gerammt.“ In einer Video-Fragerunde zu der Wal-Berichterstattung erwähnte er außerdem, dass der Informationsfluss seitens der Initiative schon vor der Rettungsaktion auf offener See „nicht gut gewesen“ sei. Danach habe der Informationsfluss „noch weniger“ stattgefunden. Bereits in einem vorherigen Video-Livestream bemängelte Peters, dass die private Initiative eine Berichterstattung seitens News5 erheblich erschwert habe und Aktionen wie das Abdrängen auf offener See als ein „massiver Einschnitt in die Pressefreiheit“ zu werten seien. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben allerdings nicht. (mit Agenturen)