PfadnavigationHomePolitikDeutschlandDeutsch-amerikanisches Verhältnis„Von den ‚woke‘-Medien kontrolliert“ – Ex-Botschafter Grenell attackiert Merz nach USA-SpruchStand: 16:48 UhrLesedauer: 3 MinutenNach der erneuten USA-Kritik von Friedrich Merz hat Ex-US-Botschafter Richard Grenell den Kanzler als „europäischen Präsidenten der Trump-Wahn-Syndrom-Gesellschaft“ bezeichnet. Er werde „vollständig von den ‚woke‘-Medien kontrolliert“.Merz rät seinen Kindern von Reisen in ein Amerika unter Trump ab. Ex-US-Botschafter Grenell bezeichnet den Kanzler daraufhin als Präsident der „Trump-Wahn-Syndrom-Gesellschaft“. Aus Deutschland kommen Warnungen vor einer Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen.Erst wurde Friedrich Merz (CDU) vergangene Woche beim DGB-Kongress ausgebuht, dann gab es am Freitag auf dem Katholikentag in Würzburg ebenfalls hörbaren Protest gegen den Bundeskanzler. Dort ließ Merz dann auch mit einer neuen Bemerkung in Richtung US-Präsident aufhorchen: Derzeit würde er seinen Kindern von einem Aufenthalt in den USA abraten. Amerika-Kenner zeigen sich von den neuesten Aussagen des Bundeskanzlers enttäuscht. „Das ist erschreckend, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der US-Journalist Erik Kirschbaum. Der US-Botschafter Richard Grenell bezeichnet Merz in einem Beitrag auf X als den „Präsidenten der Trump-Wahn-Syndrom-Gesellschaft“. Als er mit Trump im Weißen Haus zusammensaß, habe sich Merz „ausgesprochen sanft und schmeichelhaft“ gegeben. „Die Deutschen haben einen Anführer ohne Strategie – und der ist vollständig von den woken deutschen Medien gesteuert“, schreibt Grenell. Deutschlands Wirtschaftsplan sei „präsentiert“ vom „Stern“-Magazin. Merz hatte auf dem Katholikentag gesagt, er sei ein großer Bewunderer Amerikas. Seine Bewunderung nehme aber im Augenblick nicht zu. „Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.“ Er begründete das damit, dass sich dort das „gesellschaftliche Klima“ verändert habe, und selbst Bestausgebildete große Schwierigkeiten hätten, einen Job zu finden.Auch aus der deutschen Politik kommt Kritik an der Aussage. Der Parlamentsgeschäftsführer der SPD im Bundestag, Dirk Wiese, warnt vor einer Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. „Die Trump-Regierung schadet ohne Zweifel dem Ansehen der USA in der Welt, es gibt inzwischen große Zweifel an der Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten. Aber: Die USA sind nicht nur Trump. Sie sind ein großartiges Land“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.Lesen Sie auchWiese sagte, es seien in den USA aber auch viele Demokraten in Verantwortung, der Widerstand gegen US-Präsident Donald Trump werde größer. „Auch aus seinen eigenen Reihen. Zudem garantieren die USA trotz Trumps Launen noch immer für unsere Sicherheit. Kurzum: Die Beziehungen sind aktuell massiv belastet, aber es lohnt sich dranzubleiben und in sie zu investieren.“Nach Spannungen in den deutsch-amerikanischen Beziehungen hatten Merz und Trump am Freitag auch miteinander telefoniert. Dabei ging es um den Iran-Krieg, den Ukraine-Krieg sowie die Nato, wie Merz auf der Plattform X schrieb. Zuletzt hatte der Iran-Krieg – mit wirtschaftlichen Folgen auch für Deutschland – das deutsch-amerikanische Verhältnis immer mehr belastet. Merz hatte den USA vorgeworfen, sich vom Iran demütigen zu lassen. Er hatte dafür eine persönliche Attacke von Trump kassiert. Trump kritisierte Deutschland wegen der ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus. Das US-Verteidigungsministerium kündigte an, rund 5000 der etwa 39.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten abzuziehen.dpa/saha
Deutsch-amerikanisches Verhältnis: „Von den ‚woke‘-Medien kontrolliert“ – Ex-Botschafter Grenell attackiert Merz nach USA-Spruch - WELT
Merz rät seinen Kindern von Reisen in ein Amerika unter Trump ab. Ex-US-Botschafter Grenell bezeichnet den Kanzler daraufhin als Präsident der „Trump-Wahn-Syndrom-Gesellschaft“. Aus Deutschland kommen Warnungen vor einer Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen.








