PfadnavigationHomeSonderthemenReiseland DubaiExklusive GastfreundschaftZwischen Windturm und Wellness-SuiteVeröffentlicht am 19.10.2025Lesedauer: 5 MinutenDas Luxushotel Marsa Al Arab liegt direkt am Meeresufer nur wenige Kilometer westlich des Stadtzentrums von DubaiQuelle: Jumeirah Marsa Al ArabGastlichkeit hat in Dubai ganz unterschiedliche Facetten. Das können die dienstbaren Geister am Empfang sein, die den Wagenschlag öffnen. Oder die Datteln, die den Gästen im Innenhof eines alten Wohnhauses gereicht werdenVon der Dachterrasse der Dachterrasse des Arabian Boutique Hotels öffnet sich der Blick über den Dubai Creek: Die hölzernen Boote darauf, Dhau genannt, fahren nachts festlich beleuchtet vorüber. Man fühlt sich wie auf einer Zeitreise ins 19. Jahrhundert, als das Emirat noch vom traditionellen Handel lebte. Als vom Hafen in der schützenden Bucht wertvolle Perlen auf die Reise nach Indien, Ostafrika und sogar bis Europa gingen. Heute transportieren die traditionellen Segler vor allem Touristen. Und wenn die Gäste aus aller Welt wieder an Land sind, empfängt sie eines der ehemaligen Emirati-Häuser am Ufer des Creek in historischer Atmosphäre. Hier setzt sich die Zeitreise fort in die Epoche, als die Familie von Thani bin Abdullah Al Rumaithi hier lebte. Gut 100 Jahre ist das her. Rumaithi war der erste Präsident des Federal National Council, also des föderalen Beratungsgremiums der Vereinigten Arabischen Emirate – es spielte eine bedeutende Rolle in der politischen Konsolidierung des Landes. Heute ist sein einstiges Wohnhaus ein luxuriöses Hotel im historischen Emirati-Lifestyle.Zwischen Strohdecke und Open-air-BadezimmerIn der lehmfarbenen Wand öffnet sich eine unscheinbare Tür. Sie gibt den Zugang zur Rezeption des Hotels frei, das in zwei Gebäuden untergebracht ist. Der Höhepunkt der Hausbesichtigung befindet sich buchstäblich weit oben: Neben der Dachterrasse liegt die Junior Heritage Suite. Ihre Architektur wurde weitgehend beibehalten: Die Schlafzimmerdecke liegt gut drei Meter hoch, in den Wänden erkennt man Nischen, wo früher Schalen oder Vasen standen. Die Decke besteht aus Stroh, das von Holzstreben in Form gehalten wird. Als modernes Detail hängt daran ein lilafarbener Kronleuchter. Eine Seitentür führt auf eine private Terrasse mit Blick über den nächstgelegenen Innenhof. Ähnlich wie in einem marokkanischen Riad gruppieren sich dort Korbsessel um ein Bassin aus Mosaiksteinen. Pinkfarbene Bougainvillea umrankt die umliegenden Gebäude mit weiteren Zimmern.Lesen Sie auchDurch die Eingangstür zurück erreicht man das Open-Air-Badezimmer. Archaisch wirkt das schwere Vorhängeschloss davor – doch Nutzer der Suite können es mit ihrem Zimmerschlüssel entsperren. Drinnen die schlichte Eleganz weißer Fliesen, darauf eine freistehende Wanne. Erfrischt begeben wir uns hernach auf die Dachterrasse zum Frühstück: Shakshouka, ein typisch maghrebinisches Gericht mit Eiern, Tomaten und Gewürzen – oder lieber Omelette mit Käse? Alles mit Blick auf den Creek genossen – und unten am Ufer warten die Stühle des Arabian Fishhouse bereits auf diejenigen, die abends hier Krabben oder anderes Meeresgetier genießen möchten. Vielleicht lieber gleich dort Platz nehmen? Das Restaurant gehört ja zum Hotel und das Personal bedient freundlich mal hier, mal dort.Das folgt dem Motto „back to the roots“ – ausgedacht haben es sich Ali Alrais und seine Frau Rania Saied. „Wir möchten die authentische emiratische Lebensweise und Gastfreundschaft erlebbar machen“, sagt Ali Alrais, der seine Erfahrung aus der Luftfahrtbranche (u.a. als Senior Vice President bei Qatar Airways) in die Alrais Group einbringt. Dazu gehören auch mehrere Teehäuser in Dubai. „Viele Einheimische erinnert es an das Zuhause der Vorväter“, sagt Rania Saied. Dazu trägt sicher der Blick auf den historischen Windturm im Innenhof des Boutique Hotels bei, durch den die frische Luft vom Creek früher die Räume kühlte – eine traditionelle Klimaanlage, die Architekten heute wieder entdecken.Natürlich kennt auch Shaun Killa die Windtürme. Doch der neuesten Kreation des Südafrikaners, in dessen Studio spektakuläre Bauwerke wie Dubais Museum of the Future kreiert wurden, liegt ein anderer Gedanke zugrunde: „Es erinnert an Luxusyachten, die von der Küste aus in See stechen“, erklärt der kreative Kopf, der das Jumeirah Marsa Al Arab erdachte. Unter diesem Namen ergänzen die beiden kombinierten Gebäude – Hotel und Residenzen – die Trilogie des Jumeirah-Hotelimperiums, zu dem auch das wellenförmige Beach Hotel und das Al Naseem mit traditionellen geometrischen Mustern gehören.Stromlinienförmig fügt sich das vor wenigen Monaten eröffnete Marsa Al Arab in die Landschaft ein. Bei seinem Bau sollte nichts dem Zufall überlassen bleiben: Killa und sein Team haben es als 3D-Modell entworfen und sämtliche Teile 1:1 dann mittels computergesteuerter Maschinen passend herstellen lassen, so dass sie nur ineinander gefügt werden mussten. Die durchgehenden Balkone spenden der Glasfassade Schatten. Auf diese Weise soll der Bedarf an Kühlung pro Quadratmeter um bis zu 40 Prozent gesenkt werden – und das ist nur einer von mehreren nachhaltigen Aspekten: Brauchwasser wird aufbereitet, für den Energiebedarf nutzt man Wind- und Solarenergie.Die kurvige Straße, die zum Empfang empor führt, eröffnet immer wieder die Aussicht auf das berühmte Burj Al Arab, das in der Form dem geblähten Segel einer Dhau nachempfunden ist. Shaun Killa hat den Eingangsbereich des Marsa Al Arab extra als 36 Meter hohen Bogen designt, so dass er wie ein Guckloch zu dieser Landmarke anmutet. Beim Luxus zählen KleinigkeitenEntsprechend bietet das Prinzip des Luxushotels immer wieder Möglichkeiten des Sich-Öffnens und des Rückzugs. So laden in der Lobby abgeschirmte, lounge-artige Bereiche zum ruhigen Gespräch. Über dicke Teppiche erreicht man anschließend wie auf Samtpfoten die nächste Suite. Hier schaut man allerdings beim Plantschen nicht in emiratische Hinterhöfe, sondern auf das Burj Al Arab – um danach in ein paar flauschige Hausschuhe zu schlüpfen, die sogar die eigenen Initialen tragen. „Auf solche Kleinigkeiten kommt es an“, davon ist Architekt Shaun Killa überzeugt.Lesen Sie auchPer Touchpad an der Wand lassen sich die Vorhänge öffnen und die Klimaanlage einstellen, in der Minibar kühlt der Champagner, und per WhatsApp fragt der Butler am Morgen, ob man gut geschlafen und noch Wünsche habe. Wer dann bereits vom Frühstückstisch kommt, kann getrost „Nein“ antworten – denn dort gibt es von Sushi über tropische Früchte bis zum getrüffelten Rührei alles, was der Gaumen begehren könnte. Sogar Austern. Und der Kellner ist felsenfest überzeugt, dass man die in Europa schon zu früher Stunde schlürft.Diese Reise wurde unterstützt von Dubai Tourism. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.Natascha Plankermann
Exklusive Gastfreundschaft: Zwischen Windturm und Wellness-Suite - WELT
Gastlichkeit hat in Dubai ganz unterschiedliche Facetten. Das können die dienstbaren Geister am Empfang sein, die den Wagenschlag öffnen. Oder die Datteln, die den Gästen im Innenhof eines alten Wohnhauses gereicht werden






