PfadnavigationHomeSonderthemenReiseland DubaiGastro und KunstGenuss mit dem Gefühl für VerantwortungVeröffentlicht am 18.10.2025Lesedauer: 3 MinutenMuscheln im Teible Restaurant: Auch in der Gastronomie achtet man darauf, die Natur möglichst schonend zu behandelnQuelle: Natascha PlankermannAuch wenn es in Dubai ständig höher, schneller und weiter zu gehen scheint: Das Jameel Arts Centre will zum ruhigen Anschauen und Nachdenken anregen. Hier wie auch im hauseigenen Restaurant Teible ist Nachhaltigkeit ein großes Thema.Die weißen Quader des Jameel Arts Centre wirken wie dahingewürfelt zwischen die Hochhäuser am Ufer des Dubai Creek. Zu dessen Wassern hin öffnen sich die hohen Fenster dieser stillen Ausstellungshalle. Eine kleine Staffelei nebst Farbpalette scheint im Foyer auf die Künstler von morgen zu warten. Vor allem aber ist das Haus für diejenigen reserviert, die heute Gemälde, Skulpturen und Installationen schaffen – und für alle, die diese betrachten oder einen Blick in Bildbände werfen und sich in Gesprächsrunden mit den Künstlern weiterbilden möchten. Lesen Sie auchDafür finden sich Kunstinteressierte, Schüler und Studierende in einer Bibliothek zusammen. Den Hauptteil der drei Etagen des Gebäudes nehmen indes die Ausstellungsräume ein – und in denen geht es um Themen, die die Menschen im Mittleren Osten offenbar ebenso beschäftigen wie die Europäer: Raubbau an der Natur und eine gestörte Umwelt, in der die Künstler mit ihren Mitteln zu retten versuchen, was zu retten ist. Und sei es die Erinnerung an etwas, das verloren zu gehen droht.Kunst als ökologischer KommentarSo wirken die Werke von Mohammed Alfaraj, der aus der Oasenstadt Al-Ahsa in Saudi-Arabien stammt, wie eine Art ökologischer Kommentar zu den Veränderungen in seiner Heimat, nicht zuletzt durch die Ölförderung: „Fossils of Time. Al-Ahsa Water Veins“ nennt er eine Installation aus Fotos und Fundstücken, die zeigt, wie ein historisches Bewässerungssystem heute künstlich in Beton eingezwängt wird. Die kleinen geschnitzten Fische einer anderen Installation machen den Eindruck, als seien sie auf den trockenen Dattelstämmen gestrandet, auf denen der Künstler sie drapiert hat. Auf seine Weise möchte Mohammed Alfaraj ein Archiv der kleinen Dinge aufbauen, die im Alltag oft übersehen werden. Die Ausstellung „Seas are sweet, fish tears are salty” (Meere sind süß, Fischtränen sind salzig) läuft noch bis zum 4. Januar 2026.Lesen Sie auchAuch die spanische Künstlerin Asunción Molinos Gordo befasst sich mit einer Umwelt, die sich verändert – vor allem, was Land und Boden betrifft. In einer raumgreifenden Installation zeigte sie etwa in ihrer Ausstellung „Der Bauer, der Gelehrte und der Ingenieur“, wie sich die Überbleibsel menschlichen Lebens in den Schichten der Erde verändern: von den Tonscherben und Vasen der Vorzeit bis zu Plastiktüten und -flaschen. Die „Ausgrabungsstücke“ der Jetztzeit führen so den Verlust des ökologischen und kulturellen Erbes vor Augen.Nichts wandert in die MülltonneWer den Besuch im Jameel Arts Centre mit einem Menü im angrenzenden Teible Restaurant beschließt, kann sich auf kunstvoll dekorierten Tellern ansehen und auf der Zunge zergehen lassen, wie regionale Küche im Mittleren Osten schmeckt. Hier wird das Mineralwasser nicht aus Europa importiert, sondern kommt aus lokalen Quellen. So wie der Tintenfisch aus dem benachbarten Sultanat Oman und die Jakobsmuscheln aus dem wenige Kilometer entfernten Ajman. Kräuter baut man selbst an und alles, was auf dem Teller zurückbleibt, wird entweder mit nach Hause genommen, kompostiert oder wandert als Tierfutter in die Tröge.Diese Reise wurde unterstützt von Dubai Tourism. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.Natascha Plankermann