PfadnavigationHomeSonderthemenReiseland DubaiUnterwegs in DubaiMit dem Abra-Taxi zu den Schätzen des EmiratsVeröffentlicht am 20.10.2025Lesedauer: 5 MinutenDas Wassertaxi ist die traditionellste Art, den Dubai Creek zu entdeckenQuelle: Getty Images/Scott E BarbourVom Hotel zur Mall oder zum Meer – wie bewege ich mich am besten in Dubai? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Ein Selbstversuch in der Metro, im Auto, zu Fuß und mit dem hölzernen WassertaxiDie Dubai Metro empfängt die Passagiere mit einer Art Hotel-Entrée: Ein glänzender Fußboden, nur unterbrochen von silberfarbenen Metallplättchen, die Menschen mit Sehschwierigkeiten leiten sollen. Klebrige Kaugummis gibt es nicht und auch nicht die dunklen Schächte, an die wir Europäer in unseren U-Bahnen gewöhnt sind. Stattdessen geht es wie im Kaufhaus entlang von Glasfenstern auf Rolltreppen oberirdisch in die Stationen.Diese Bahnhöfe erinnern an gewaltige Gürteltiere, unter deren Panzer die blauen Bahnen im Takt weniger Minuten zwischen frühmorgens und Mitternacht Schutz suchen. Man sieht die ferngesteuerten Züge oft parallel zur Straße fahren. Das Schienennetz ist mit rund 90 Kilometern übersichtlich, nur an zwei Punkten kann ich zwischen der roten und grünen Linie wechseln – das macht das Umsteigen leicht, selbst wenn irgendwann, voraussichtlich 2029, die blaue Line dazu kommt.Ich entscheide mich, zwei unterschiedliche Verkehrsmittel zu kombinieren. Per Mietwagen mache ich mich auf vom Hotel zum „Museum of the Future“. Dort steige ich um in die Metro und lege zwei Stationen zur Haltestelle Dubai Mall/Burj Khalifa zurück.Maut wird bei Rückgabe des Wagens kassiertAutofahren in Dubai, das bedeutet: Erwarte das Unerwartete – und rechne damit, dass Straßen, auf denen du schnell dein Ziel erreichst, drei bis vier Euro Maut kosten können. Allerdings nicht an irgendeinem Kassenhäuschen zwischendurch – bezahlt wird erst bei Rückgabe des Autos. Dazu verfolgen Kameras unter Brücken meinen taubengrauen Nissan, den ich hier übrigens ohne irgendwelche Nachfragen mieten und fahren darf. Tatsächlich hat die Gesetzgebung der Vereinigten Arabischen Emirate Frauen das Fahren nie untersagt, es war früher allerdings unüblich.Am Steuer tauche ich in ein Gewirr von Straßen ein. Immer wieder muss ich abbiegen oder darf nur bestimmte Spuren in der Mitte benutzen. Und das bei dichtem Verkehr. „Vorausschauendes Fahren“ ist hier extrem wichtig. Ständig wachsam sein und damit rechnen, dass zum Beispiel das SUV vor mir plötzlich von links außen nach rechts außen kreuzen könnte, wo die vielen Lkw unterwegs sind. Lesen Sie auchVielen meiner mobilen Nachbarn fällt offenbar erst kurzfristig auf, dass sie an der nächsten Ecke raus müssen. Passiert das auf der Sheikh Zayed Road, die auf insgesamt zwölf Spuren (sechs in die jeweilige Richtung) das Zentrum von Dubai durchquert, ist so ein Haken sehenswert.Aber nicht nur dort tauchen Ausfahrten oft innerhalb weniger Meter auf – und selbst wenn ich richtig abbiege, kommt es vor, dass ich mich in einer Baustelle zurechtfinden muss, weil gerade ein neuer Kreisverkehr entsteht.Apps erleichtern die NavigationAlso am besten durchatmen und die Tour locker nehmen – dabei hilft eine kostenlose Schwarm-App: Waze. Sie passt die Navigation anhand von Daten, die sie von den Nutzern erhält, an die Verkehrssituation an. Was heißt, dass sie fix auf dem Laufenden über jeden Stau ist und mehr als deutlich mit Pfeilen anzeigt, auf welchen Spuren man bleiben muss.Falls man das nicht möchte, geht auch ein Taxi für ein paar Dirham (rund zehn Euro für etwa zwölf Kilometer) zur nächsten Metro-, Bus- oder Bahnstation. Denn in Dubai wird das ehrgeizige Ziel verfolgt, dass bis 2040 öffentliche Verkehrsmittel für 55 Prozent der Bevölkerung erreichbar sein sollen – auch Touristen. Also verbindet die Dubai Tram den Yachthafen mit der künstlichen Insel Palm Jumeirah, auf der eine private Einschienenbahn vom Palmenstamm bis zur Inselspitze unterwegs ist. Für kommendes Jahr kündigt das Unternehmen Skyports sogar ein funktionsfähiges Flugtaxi-Netz an. S’hail soll es heißen. Doch davon findet sich bisher noch nichts in der App, über die man in Dubai die Wege und die Möglichkeiten, sie zu nehmen, kombinieren kann.In der Bahn kann es voll werdenIch bin inzwischen auf dem Bahnsteig der roten Linie an der Haltestelle Emirates Towers angekommen. Der Ticketautomat ist leicht zu verstehen – wer mag, kann in der Station zu Details auch einen Roboter befragen oder Einzeltickets beim Menschen am Schalter kaufen. Für meine Fahrt über zwei Stationen hin und zurück zahle ich umgerechnet keine 2,50 Euro. Überall stehen Schilder, die dazu auffordern, Menschen mit Behinderung Vorrang einzuräumen – aber ob die auch beachtet werden? Die Pfeile, die die Laufrichtung beim Betreten der Bahn angeben, ignorieren meine Mitfahrenden jedenfalls geflissentlich. Sie drängeln sich hinein, sobald sich die Glastüren öffnen. Je nach Uhrzeit kann es wie in allen Großstädten voll werden. Ich treffe auf die spannende Mischung von Menschen, die diese Stadt ausmacht: Arbeiter mit Helm klammern sich neben englischen Businessleuten an den Haltegriffen fest, eine Gruppe von Inderinnen sitzt am Boden. Lesen Sie auchWas unsere U-Bahnen unter der Erde ausmacht, geht hier oberirdisch durch verglaste, klimatisierte Brücken – die Strecken von der Station und zurück ziehen sich zum Teil kilometerlang. Von der Metro zur Dubai Mall laufe ich geschätzt eine Viertelstunde, allerdings gemütlich. Und lasse mich zwischendrin auch mal von einem Transportband tragen. Wer mit müden Füßen in der Mall ankommt, kann sich mit einem Golfwägelchen zu den Boutiquen von Chanel, Gucci & Co kutschieren und die Einkäufe nach Hause oder ins Hotel bringen lassen. Sightseeing per SchiffHat man das Glück (wie ich) am Dubai Creek zu residieren – eine Meeresbucht im Zentrum der Stadt – dann macht man sich am besten abends auf besondere Weise auf den Weg zu Sehenswürdigkeiten wie dem Gold Souq: mit dem Schiff. Seit Jahrhunderten pendeln die hölzernen Wassertaxis, Abra genannt, zwischen den Stadtvierteln Deira und Bur Dubai. Heute allerdings motorisiert. Dorthin tuckere ich im Dunklen, Seite an Seite mit pakistanischen Arbeitern und indischen Touristen. Nach nur wenigen Minuten sind wir da, unterwegs sammelt der Mann am Steuer, der mir im Rücken sitzt, die Münzen ein. Ein Dirham (umgerechnet 23 Cent) kostet die Fahrt, deren Atmosphäre ich am meisten genossen habe. Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Dubai Tourism. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.Natascha Plankermann