Die Brasserie Thi hatte den perfekten Standort, könnte man meinen. Mitten in der Altstadt, zwischen Hofbräuhaus und dem Luxushotel Mandarin Oriental und in Lauflage zu den großen Einkaufsstraßen. Trotzdem musste das Lokal in der Bräuhausstraße vor wenigen Wochen schließen.

Wie es dazu gekommen ist, ließe sich nicht klar beantworten oder an einem einzigen Grund festmachen, sagt Vu Nguyen rückblickend. Er führte die Brasserie Thi zusammen mit seinem Bruder Thi, nach dem das Restaurant benannt war. „Die Lage war eigentlich toll“, findet auch Vu Nguyen, „aber in die Innenstadt kommen die Leute vor allem, um bayerisch zu essen und nicht französisch.“

Bayerische Küche kommt bei Nguyens nicht auf den Tisch. Angefangen haben sie mit vietnamesischen Tapas in ihrem ersten Lokal, dem Tivu in der Rumfordstraße, das sie 2019 eröffneten. Zwei Jahre später, kurz nach dem zweiten Corona-Lockdown, legten sie mit der Brasserie Thi nach, wo es sowohl im Ambiente als auch in der Küche gehobener zuging und wo auch Wein eine große Rolle spielte.

Ab dann wurde der eine Bruder, Thi, überwiegend im Tivu als Küchenchef gebraucht und Vu kümmerte sich immer mehr um den Service und die reibungslosen Abläufe in der Brasserie. „Sie hat mehr von meiner Aufmerksamkeit gebraucht als gedacht“, erinnert sich Vu Nguyen. „Das habe ich ein bisschen unterschätzt.“