Mit dem ersten Schritt in die Hangman Bar überkommt einen das Gefühl von Gelassenheit. Über dem Fischgrätenparkett sitzen Gäste an hölzernen Hochtischen oder entlang der lachsfarbenen Wand auf gepolsterten Bänken. Lampen in Jugend- und Mid-Century-Stil decken den Raum in gemütliches Passivlicht.

Der modern-urban eingerichtete Tresenbereich rettet davor, dass die Stimmung in Richtung Gentleman-Lounge abrutscht. Die verzerrten Spiegel an der Bar reflektieren Säulen aus Mosaik. Vor der Rückwand aus weißen Fliesen legt ein DJ auf, im Schein eines pinkfarbenen Scheinwerfers. Wenn es am Wochenende spät wird, verwandelt sich der Parkettboden auch mal in einen Dancefloor. Jeden Mittwoch dürfen sich Newcomer-DJs am Mischpult ausprobieren, gegen Gratis-Drink. An einem Donnerstagabend hat man die Bar aber eher für sich.

Dabei scheint die Hangman Bar ihren ganz eigenen Stil zu finden, in dieser Mischung aus Eleganz und Moderne. Die Betreiber der Bar, die Freunde Marco De Rosa und Tobias Schupfinger, wollten eine Abwechslung zu den Boazn und Kneipen in der Nachbarschaft schaffen, mit eigener Handschrift.

Das klappt, bis auf ein paar wenige Fremdkörper: Hinter der Bar reihen sich zu prominent zu viele teure Wodkaflaschen. Die Gäste unterhalten sich an diesem Abend ruhig, der DJ spielt trotzdem „Sex Bomb“ und andere Party-Charts. Das passt höchstens zu den gelben Leuchtschildern, die das Bier bewerben.