Brüssel (dpa) - Die EU wird ihr Sanktionssystem zur Begrenzung von Russlands Einnahmen aus Ölexporten trotz der gestiegenen Weltmarktpreise wegen des Iran-Kriegs vorerst nicht lockern. Vertreter der Mitgliedstaaten verständigten sich nach Angaben von Diplomaten darauf, eine eigentlich an diesem Mittwoch anstehende automatische Anpassung bis zum 23. Juli auszusetzen.Mit dem Iran-Krieg hatte niemand gerechnetOhne die Aussetzung hätte die derzeitige Preisobergrenze von 44,1 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) nun deutlich angehoben werden müssen. Dies sieht eine Regelung vor, die sicherstellen soll, dass die Preisobergrenze den Marktpreisen automatisch folgt und dauerhaft rund 15 Prozent unter dem durchschnittlichen Preis für russisches Rohöl liegt. So soll ihre Wirkung zur Begrenzung der russischen Öleinnahmen erhalten bleiben.An das Szenario eines drastischen Anstiegs der Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus war bei der Festlegung allerdings nicht gedacht worden. Ohne die Aussetzung hätte Russland wieder deutlich mehr Geld mit dem Ölexport hätte verdienen können.Wochenlanges Ringen um neue SanktionenDie Aussetzung ist als Übergangslösung gedacht. Bis kommende Woche Donnerstag soll dann eine Einigung auf ein neues großes Paket mit EU-Sanktionen wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stehen. Dieses wird den Planungen zufolge eine längerfristige Aussetzung der Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels beinhalten.Um den Preisdeckel durchzusetzen, werden Unternehmen, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind, Sanktionen angedroht. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten.Um das 21. Paket mit neuen EU-Sanktionen gegen Russland wird mittlerweile seit Wochen in Brüssel gerungen. Nach Angaben von Diplomaten erschweren insbesondere nationalstaatliche Interessen die Einigung auf das neue Sanktionspaket. Demnach will etwa Griechenland heimische Reedereien schützen, die mit dem Transport von Flüssigerdgas in Drittstaaten Geld verdienen.© dpa-infocom, dpa:260715-930-390750/1

Eine neue Raffinerie in Georgien verarbeitet russisches Rohöl zu Treibstoff für Europa. Die EU will das Schlupfloch schließen, doch zwei EU-Staaten schützen die Anlage.

Deutschlands Glaubwürdigkeit in der Ukrainepolitik leidet darunter, dass die Bundesregierung gegen Einfuhrbeschränkungen für russischen Fisch ist. Wie kann man da anderen Staaten…

Das 21. Sanktionspaket der EU hat eine politische Krise in Brüssel ausgelöst. Sie muss schnell gelöst werden, denn am 15. Juli läuft eine wichtige Frist ab.

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ukraine-Krieg“. Lesen Sie jetzt „EU hält trotz hoher Öl-Preise an Russland-Preisdeckel fest“.

Brüssel (dpa) - Die EU wird ihr Sanktionssystem zur Begrenzung von Russlands Einnahmen aus Ölexporten trotz der gestiegenen Weltmarktpreise wegen des Iran-Kriegs vorerst nicht…

Eine Einigung auf ein neues Paket mit Russland-Sanktionen der EU lässt weiter auf sich warten. Beim Thema Öl setzen die Mitgliedstaaten aber schon einmal ein Zeichen.

In Brüssel verschaffen sich die Mitgliedstaaten etwas Zeit, weil sich die Verhandlungen völlig verhakt haben. Vor allem Wien bringt viele Länder gegen sich auf.

Ambassadors of EU member states again failed to agree on the final content of the 21st sanctions package against Russia, but they did agree to extend the deadline for the price…