Berlin (dpa) - Der CDU-Politiker Pascal Reddig hat die Vorschläge der Rentenkommission gegen Kritik von Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verteidigt. „Auch in der SPD sehen heute viele, dass das Ziel der Rente mit 63 nicht erreicht wurde“, sagte der Vorsitzende der jungen Abgeordneten in der Unionsfraktion der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Schwesig sei auch „schlicht eine Ministerpräsidentin kurz vor einer Landtagswahl, das darf man nicht vergessen“. Reddig gehört zu den 13 Mitgliedern der Rentenkommission, die die 33 Reformvorschläge erarbeitet haben.Schwesig hatte sich gegen eine Eins-zu-eins-Umsetzung des Rentenpakets ausgesprochen und die vorgeschlagene Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren - bekannt als „Rente mit 63“ - kritisiert. Sie lehnte auch generell die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung ab: Das sei eine durchschnittliche Zahl, die über die individuelle Situation gar nichts sage, argumentierte die SPD-Politikerin im ZDF. „Im Osten sinkt übrigens leider die Lebenserwartung, anders als im Westen. Und ich halte es für richtig, nach Beitragsjahren zu gehen.“ Schwesig muss sich im September einer Landtagswahl stellen und liegt hinter der AfD weit zurück. Reddigs Gegenargumente„Frau Schwesig müsste beantworten, um was es ihr eigentlich geht“, entgegnete Reddig. „Geht es ihr darum, dass sie wirklich den Menschen helfen will, denen es körperlich nicht gut geht, die in belastenden Berufen gearbeitet haben?“ Jede Studie und jede Statistik zeige, dass genau diese Menschen häufig unterbrochene Erwerbsbiographien hätten, also gar nicht auf so viele Beitragsjahre kämen. „Eine Rente nach Beitragsjahren würde besonders Frauen und Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiographien benachteiligen.“Die „Rente mit 63“ sei eingeführt worden, um denjenigen einen Ausweg zu bieten, die körperlich nicht mehr können, erinnerte Reddig. „Aber wir müssen feststellen: Die Rente mit 63 erreicht genau die eben nicht.“ Der von ihm geleiteten Jungen Gruppe gehören 18 CDU/CSU-Abgeordnete an, die zu Beginn der Legislaturperiode nicht älter als 35 waren.Die schwarz-rote Bundesregierung will die umfangreichen Empfehlungen der Kommission möglichst eins zu eins umsetzen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ebenso wie die SPD-Co-Vorsitzende, Arbeitsministerin Bärbel Bas, wollen das Gesamtkonstrukt „nicht zerreden“ lassen.© dpa-infocom, dpa:260625-930-284000/1

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