Kolumnist Hans-Ulrich Jörges analysiert die politischen Folgen der Wahl in Sachsen-Anhalt und die Asymmetrie in der Parteienlandschaft. „Die ostdeutsche blaue Welt ist jung und damit dynamisch, die graue westdeutsche Welt ist langsam stehen geblieben und, was Merz angeht, ohne Hoffnung“, so Jörges.Im WELT-Duell prallen bei der Migrationspolitik zwei Konzepte aufeinander: CDU-Kandidat Stefan Evers wirbt für konsequente Abschiebungen. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp fordert bessere Unterbringung von Migranten. Mehr im Liveticker.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenNach dem Wahlsieg der AfD gestaltet sich die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt schwierig. Der Blick richtet sich auf die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – und auf die Bundesregierung. Zieht Schwarz-Rot Schlüsse aus den schwachen Wahlergebnissen für den Reformkurs und das eigene Personal?Alle wichtigen Entwicklungen gibt es hier im Liveticker:17:16 Uhr – Montag, 14. SeptemberEralp will Einbürgerungszahlen erhöhenCDU-Spitzenkandidat Evers will Integration voranbringen und nennt dabei eine leichtere Anerkennung von Abschlüssen. Bei denjenigen, die keinen Anspruch auf ein Bleiberecht haben, müsse man dagegen „konsequent bleiben“.„Wer illegal zu uns kommt und kein Aufenthaltsrecht hat, dem muss deutlich gemacht werden, dass wir hier Recht und Gesetz durchsetzen“, sagt Evers beim WELT-Duell. Man lege Wert auf „qualifizierte Zuwanderung“.Linken-Kandidatin Eralp will dagegen „wegkommen von Massenunterkünften“, die keine „humanen Bedingungen“ gewährleisten würden. Sie will, dass dort lebende Menschen einen Zugang zu Wohnungen, Arbeit, Gesundheitsversorgung und Bildung bekommen. Außerdem möchte Eralp die Einbürgerungszahlen erhöhen, damit mehr Menschen Zugang zum Wahlrecht haben: „Wenn Menschen gute und gleiche Rechte haben, dann freuen sie sich auch, wenn sie sich noch stärker einbringen können als bisher.“17:48 Uhr – Montag, 14. SeptemberLinke will Wohnungskrise gezielt verschärfen, mutmaßt EversEvers positioniert sich „ganz entschieden“ gegen Enteignungen. Alleine die Diskussion halte Investoren davon fern, in Berlin zu bauen. „Wer kommt denn freiwillig in eine Stadt, in der wir zur Begrüßung gleich Enteignungen in Aussicht stellen?“, fragt er sarkastisch.Er habe manchmal den Eindruck, die Linke wolle das Wohnungsproblem gezielt verschärfen, um es „populistisch auszuschlachten“. Eralp schnaubt an dieser Stelle verächtlich. Die plädiert wenig später dafür, unter Bürgermeister Wegner beschlossene Kürzungen im Kulturbereich zurückzudrehen.„Für Milliarden enteignen, keine neue Wohnung schaffen und anschließend noch Kürzungen zurücknehmen wollen, das finde ich ein spannendes Programm, viel Glück“, spottet Evers.17:42 Uhr – Montag, 14. SeptemberLinken-Kandidatin bezeichnet Pläne zur Vergesellschaftung als „gutes Geschäft“Eralp verweist auf den Volksentscheid zur Enteignung von Wohnungskonzernen. 2021 hatte sich eine Mehrheit für das Vorhaben ausgesprochen. Diese Entscheidung müsse man ernst nehmen.Eine Expertenkommission habe zudem gesagt, es sei rechtlich machbar, finanzierbar und „eins der besten Mittel, um Wohnungen bezahlbar zu halten“.Die Linke wolle die dafür benötigten Milliarden über Kredite und den Mietzins langfristig zurückzahlen. Es könne 40 Prozent unter dem „Verkehrswert“ vergesellschaftet werden – „eigentlich ein gutes Geschäft“, so Eralp. Sie wolle „Spekulationen aus der Stadt vertreiben“. Auf den Einwand, dass das den Steuerzahler teuer zu stehen komme, antwortet sie: „Wenn man Wohnungsneubau betreibt, kostet das mehr als die Vergesellschaftung 40 Prozent unter dem Verkehrswert.“17:34 Uhr – Montag, 14. SeptemberEvers nennt die Linke ein „Sicherheitsrisiko“CDU-Spitzenkandidat Evers geht in die Offensive. Die Linke sei ein „Sicherheitsrisiko“. Sie wolle die Polizei in Berlin schwächen und benenne den Islamismus nicht als tödliche Gefahr. „Wenn wir auf die Zahlen gucken, sehen wir, dass der Islamismus die tödlichste und stark wachsende Gefahr in unserer Stadt ist.“Eralp möchte das nicht so stehen lassen. Sie habe den CSD-Anschlag schnell als islamistischen Anschlag benannt und verurteilt. Die Linke wolle die Prävention stärken und auch die Plattformen stärker regulieren, auf denen viel Propaganda betrieben werde. Sie wolle beim Polizeigesetz etwa eingreifen, um die automatische Bildanalyse bei der Videoüberwachung zu stoppen. Weil bei „abweichendem Verhalten“, das von der KI festgestellt werde, auch Obdachlose ins Blickfeld geraten könnten. Die Linke wolle einen Grundrechtsschutz gewährleisten.WELT-Chefredakteur fragt nach: „Können Sie verstehen, dass Jüdinnen und Juden der Linken in Berlin nicht mehr vertrauen?“ Aus der Partei kommen teilweise ganz andere Töne als von Eralp. „Ich nehme alle Sorgen und Anliegen sehr ernst“, sagt Eralp. Sie sei mit verschiedenen Akteuren im Gespräch.17:22 Uhr – Montag, 14. September„Jeden Tag Tag der offenen Tür, das wird es mit mir nicht geben“, sagt Evers1800 Menschen sind in Berlin derzeit ausreisepflichtig. Evers plädiert für konsequente Abschiebungen, sofern keine humanitären Gründe dagegen sprechen. „Jeden Tag Tag der offenen Tür, das wird es mit mir nicht geben“, sagt Evers.Eralp antwortet: „Ich muss erstmal sagen, dass ich es sehr problematisch finde, dass die Bundesregierung mit autoritären Regimen zusammenarbeitet, wie in Afghanistan und Syrien, um Menschen loszuwerden.“ Man müsse versuchen, „Menschen in ein Bleiberecht zu bekommen“. Beispielhaft nennt sie die Ausbildungsduldung.17:06 Uhr – Montag, 14. SeptemberLinken-Spitzenkandidat wirft CDU eine „Politik der Spaltung und der sozialen Kürzung“ vorLinken-Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärt die Lösung der „Mietenkrise“ in Berlin beim WELT-Duell mit CDU-Kandidat Stefan Evers zum wichtigsten Wahlthema. Diese Lösung lasse sich am besten „mit einer linken Bürgermeisterin“ umsetzen. Sie habe den Anspruch, die CDU im Roten Rathaus abzulösen. Der CDU wirft sie eine „Politik der Spaltung, der sozialen Kürzung“ vor. „Faschistisch“ möchte sie die Politik der Partei aber nicht nennen, wie das Linke-Chef Luigi Pantisano getan hatte. Die AfD sei faschistisch, die CDU sei das nicht. „Leider“ aber habe die CDU Forderungen der AfD übernommen, das sei problematisch. CDU-Spitzenkandidat Evers erklärt, dass die CDU in der Landesregierung dafür sogar, Berlin auch in schwierigen Zeiten jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Es gebe jetzt mehr Polizei und das „härteste Polizeigesetz Deutschlands“ in Berlin. Die Hauptstadt brauche „keine Rolle rückwärts“. Elif Eralp und Stefan EversQuelle: Screenshot WELT16:42 Uhr – Montag, 14. SeptemberGleich: TV-Duell zwischen Stefan Evers und Elif EralpUm 17 Uhr treten die beiden Spitzenkandidaten der Berlin-Wahl, Stefan Evers (CDU) und Elif Eralp (Linke), bei WELT TV gegeneinander an. Moderiert wird das Format von Chefredakteur Helge Fuhst. Es wird unter anderem um innere Sicherheit und den Wohnungsmarkt gehen.14:03 Uhr – Montag, 14. SeptemberCDU-Kreisvize aus MV: AfD kann Koalitionspartner seinKnapp eine Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bekräftigt dort ein stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender entgegen dem Willen der Landesparteispitze, dass er eine Koalition mit der AfD für eine mögliche Option hält. „Wir müssen offen sein und den Koalitionspartner suchen, der möglich und am besten für uns ist. Das kann natürlich auch die AfD sein, wenn das der Wähler will“, sagte Sascha Ott, Vize im Kreisvorstand der CDU Vorpommern-Greifswald, der „Ostsee-Zeitung“.Ott hatte bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. So hatte ihn seine Partei nach der Landtagswahl 2016 zunächst für das Amt des Justizministers vorgesehen, aber den Vorschlag zurückgezogen, nachdem Ott in den Verdacht geraten war, mit Positionen der AfD zu sympathisieren.Sascha OttQuelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa13:36 Uhr – Montag, 14. SeptemberMerz sei ein „Marathonmann“ – Weimer rechnet mit erneuter KanzlerkandidaturMedien- und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer rechnet trotz der derzeit schwierigen Lage für Bundeskanzler Friedrich Merz mit einer erneuten Kanzlerkandidatur des CDU-Chefs. „Die CDU wird mit Friedrich Merz antreten“, sagte Weimer im Podcast „Alles gesagt?“ der „Zeit“.Voraussetzung sei, dass die Bundesregierung aus der derzeitigen „Sanierungs- und Reparaturphase“ herauskomme. Dann sei eine erneute Kandidatur von Merz bei der nächsten Bundestagswahl „einfach die natürliche Ordnung, die zu erwarten ist“, sagte Weimer. Die derzeitige Situation sei für Merz zwar schwierig, doch er sei ein „Marathonmann“ und habe „eine große innere Resilienz“. „Er verkörpert auch Comeback“, sagte Weimer.Friedrich Merz und Wolfram Weimer bei einem Treffen im Jahr 2025Quelle: REUTERS/Lisi Niesner09:27 Uhr – Montag, 14. SeptemberAfD-Chefin fordert Neuwahlen im BundAfD-Chefin Weidel spricht sich angesichts der Krise der Bundesregierung für Neuwahlen aus. „Angesichts des desolaten Zustands der Koalition wären aus unserer Sicht Neuwahlen die sauberste Lösung“, sagte Weidel dem Nachrichtenportal „The Pioneer“ laut Meldung vom Montag. „Der Souverän muss jetzt entscheiden, wer das Land aus der Krise führen soll.“ Ihre Partei sei dazu bereit, sagte Weidel.Auf die Frage, ob die AfD eine Minderheitsregierung unter einem möglichen Kanzler Markus Söder (CSU) oder Hendrik Wüst (CDU) tolerieren würde, sagte Weidel, ihre Partei sei „unverändert bereit, jedem die Hand zu reichen und in ernsthafte Gespräche einzutreten, wenn es dem Wohl des Landes dient“. Voraussetzung seien eine „echte und konsequente Migrationswende“, eine Abkehr von der bisherigen Energiepolitik sowie eine Rückkehr zu „solider Haushaltsführung“, sagte die Chefin der in Teilen rechtsextremistischen Partei. Ob Söder oder Wüst als mögliche „Kanzlerprätendenten angesichts der von ihnen selbst aufgetürmten Mauern dazu bereit wären, steht auf einem anderen Blatt“, fügte Weidel hinzu.ll/saha/jac/shem/dpa/AFP/epd/nw/krott/coh/gold
Wahl in Berlin: ++ Linken-Spitzenkandidatin Eralp will Einbürgerungszahlen erhöhen ++ Liveticker - WELT
Nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf Friedrich Merz. Eine Woche vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern bringt ein CDU-Politiker eine Koalition mit der AfD ins Spiel. Sahra Wagenknecht gegen den Kanzler mobil. Mehr im Liveticker.










