Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesTrump fordert von Selenskij Ende der Angriffe auf russische RaffinerienPolen wirft Russland Verschärfung des Konflikts vorRussland meldet zwei Tote nach ukrainischen Angriffen, Kiew berichtet von Attacken auf RaffinerienUkraine: Russische Drohne schlägt nahe polnischer Grenze einSelenskij-Vertrauter: Gespräche mit USA und Russland wieder im OktoberRussland greift Zug an – britischer Ex-Premier Johnson in der NäheDas russische Militär hat am Sonntag einen Personenzug in der ukrainischen Grenzregion zu Polen mit einer Kampfdrohne angegriffen. Es ging dabei um eine Bahnstrecke, die immer wieder auch von ausländischen Politikern bei Reisen nach Kiew genutzt wird. Die polnische Regierung warf Moskau nach der Attacke eine Verschärfung des Konflikts vor. Zudem sorgte die ukrainische Bahngesellschaft für Aufsehen, als sie spekulierte, dass möglicherweise ein anderer, mit westlichen Diplomaten besetzter Zug, das Ziel des Angriffs war. Nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn war am Sonntag die Lokomotive des regulären Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Die Passagiere wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht, niemand sei zu Schaden gekommen, hieß es. Später teilte die ukrainische Eisenbahngesellschaft mit, dass kurz vor dem Angriff ein Diplomatenzug am Bahnhof Jahodyn gehalten habe, an Bord dessen sich unter anderem Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker, darunter der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson, befanden. Diese hatten tags zuvor an einer Konferenz in Kiew teilgenommen. In einem anderen Zug, der zum Angriffszeitpunkt am Bahnhof stand, habe sich der frühere CIA-Chef David Petraeus aufgehalten.„Es ist durchaus denkbar, dass das Ziel dieser russischen Drohne auch der Diplomatenzug gewesen sein könnte, der im Rahmen der Anpassung der Fahrpläne in Echtzeit aufgrund der ständigen Gefahr russischer Angriffe früher als ursprünglich vorgesehen vom Bahnhof abgefahren war“, schrieb die Bahngesellschaft auf Telegram. Schließlich würden die Fahrpläne wegen des Kriegsgeschehens ständig angepasst.Der britische Ex-Premier Johnson schrieb am Sonntag auf X: „Ich weiß nicht, welche krude Logik Putin dazu bewogen hat, heute Morgen an der polnischen Grenze eine stillstehende ukrainische Lokomotive in die Luft zu jagen.“ Es sei genau „die Art von willkürlichem und sinnlosem Angriff“, dem die Menschen in der Ukraine täglich ausgesetzt seien. Dazu, dass er in einem weiteren Zug in der Nähe des Angriffs gesessen haben soll, äußerte er sich nicht.Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte unter anderem Angriffe auf Objekte der Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Diese würden den Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern gewährleisten, hieß es. Wegen der Gefahr von Luftschlägen stellten zwei Grenzübergänge auf der polnischen Seite zeitweise den Betrieb ein. Mehrere hundert Menschen wurden vorübergehend in Sicherheit gebracht. Am Nachmittag normalisierte sich die Situation an der Grenze wieder.Der polnische Regierungschef Donald Tusk verwies darauf, dass Russland in der Vergangenheit bereits versucht habe, Grenzübergänge in Moldau lahmzulegen. Man habe von Verbündeten zuvor Hinweise bekommen, dass der russische Plan Versuche beinhalten würde, die ukrainischen Grenzübergänge zu desorganisieren und möglicherweise auch zu zerstören – dies könne auch Polen betreffen. Man müsse mit verstärkten Aktionen Russlands in den kommenden Wochen und Monaten rechnen, sagte Tusk weiter.Trump fordert von Selenskij Ende der Angriffe auf russische RaffinerienUS-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. „Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen“, sagte Trump in seinem Luxusresort in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen Iran und die vertrackte Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.Trump behauptete stattdessen, die ukrainischen Angriffe verursachten die Dieselknappheit. „Das liegt nicht am Nahen Osten, sondern an den Ereignissen in Russland und der Ukraine“, sagte er weiter. Die USA hätten mit Selenskij bereits darüber gesprochen. „Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt.“Vor allem zu Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine im Februar 2022 trieb der Konflikt die Energiepreise weltweit deutlich in die Höhe. In den vergangenen Monaten verstärkte die Ukraine ihre Angriffe auf Objekte der Ölindustrie in Russland. Die Folgen sind dort deutlich spürbar. Die Ölverarbeitung ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gefallen. Viele Tankstellen in Russland sind leer, andere geben Treibstoff nur noch in begrenzten Mengen aus.Trumps Darstellung greift allerdings zu kurz, wie die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt. Inzwischen wirkt sich insbesondere der Krieg zwischen den USA und Iran auf den globalen Ölmarkt aus. Der Konflikt hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erheblich beeinträchtigt. Vor dem Krieg wurde dort rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte abgewickelt. Die Unsicherheit über die Lieferungen lässt den Rohölpreis steigen und verteuert damit auch Diesel und Benzin.Für Trump sind die hohen Spritpreise mit Blick auf die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA ein Problem. Im Wahlkampf hatte er versprochen, die Energiepreise deutlich zu senken. Stattdessen müssen US-Amerikaner derzeit so viel für Benzin und Diesel bezahlen wie seit Jahren nicht mehr – besonders in ländlichen Regionen, die zu Trumps wichtiger Wählerschaft gehören: Am Freitag war der landesweite Durchschnittspreis für Diesel in den USA nach Angaben des Automobilverbands AAA erstmals über die Rekordmarke von 6 US-Dollar pro Gallone (3,785 Liter) gestiegen.Polen wirft Russland Verschärfung des Konflikts vorNach russischen Angriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau sowie auf die Grenzregion der Ukraine zu Polen hat die polnische Regierung Moskau eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen. „Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden, und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran“, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk bei einer Sitzung des Krisenstabs. Diesen hatte Tusk für den Nachmittag zusammengerufen. Auch westliche Politiker sind bei ihren Reisen nach Kiew auf die Bahnverbindung von Polen in die Ukraine angewiesen – der Luftraum über dem Land ist gesperrt.Am Sonntag war nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive des Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Die Passagiere wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht, niemand sei zu Schaden gekommen, hieß es. Die polnische Eisenbahn PKP teilte mit, sie habe den Zug von der ukrainischen Seite mit mehr als sechs Stunden Verspätung übernommen. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte später unter anderem Angriffe auf Objekte der Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Diese würden den Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern gewährleisten, hieß es. Tusk warnte, man müsse mit verstärkten Aktionen Russlands in den kommenden Wochen und Monaten rechnen: „Wir können nicht ausschließen, dass diese Eskalation auch unser Staatsgebiet betreffen wird.“ Wegen der Gefahr von Luftschlägen stellten auch zwei Grenzübergänge auf der polnischen Seite zeitweise den Betrieb ein. Wie der Chef des Grenzschutzes bei der Sitzung des Krisenstabs sagte, gab es in den frühen Morgenstunden rund zwei Kilometer vom Grenzübergang Dorohusk entfernt einen Drohnenangriff auf eine Tankstelle. Rund 280 Reisende seien von dem Gelände des Grenzübergangs in Sicherheit gebracht worden, Grenzschützer und Zollbeamte hätten sich in einen Schutzraum begeben. Später habe sich eine weitere Drohne dem Grenzübergang Hrebenne genähert. Auch hier seien mehr als 300 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Es habe aber am Ende keinen Angriff in der Nähe gegeben. Am Nachmittag hatte sich die Situation an der Grenze demnach wieder normalisiert. Jerrit SchloßerUkraine: Mindestens zwei Menschen sterben nach russischen AngriffenIn der ukrainischen Stadt Kramatorsk sind bei Angriffen mindestens zwei Menschen gestorben, wie die regionale Staatsanwaltschaft mitteilt. Weitere zehn Bewohner der Stadt seien verletzt worden. Der erste Angriff habe einem Kleinwagen gegolten, später sei die Stadt von vier Fliegerbomben getroffen worden. Kramatorsk wird immer wieder vom russischen Militär angegriffen, da die Frontlinie nur etwas mehr als zwölf Kilometer entfernt ist. Erst Mitte dieser Woche waren bei einem russischen Angriff 19 Menschen verletzt worden. Russland meldet zwei Tote nach ukrainischen Angriffen, Kiew berichtet von Attacken auf RaffinerienInfolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind nach Angaben aus Russland zwei Menschen in der russischen Teilrepublik Tatarstan getötet worden. Eine Drohne sei in einen Baum gestürzt, wodurch ein nahe stehendes Auto mit vier Insassen beschädigt worden sei, teilte der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk auf Telegram mit. Zwei der Insassen seien ums Leben gekommen, die anderen beiden seien schwer verletzt worden. Vier weitere Menschen wurden dem Bürgermeister zufolge verletzt, als eine Drohne in ein Wohnhaus stürzte. Industrieobjekte und zivile Objekte seien beschädigt worden. In einem nicht näher genannten Unternehmen sei ein Feuer ausgebrochen, das schnell gelöscht worden sei.Der Generalstab in Kiew bestätigte unter anderem einen Angriff auf Nischnekamsk. Die Raffinerie Taneko sei getroffen und die Entzündung eines der Tanks festgestellt worden. Schon in der Vergangenheit hatte Kiew bei Gegenangriffen die Ölraffinerie in Nischnekamsk getroffen.Die Ukraine attackierte nach eigenen Angaben außerdem die Raffinerie Slawjansk Eko in der russischen Region Krasnodar. Eine Ölverarbeitungsanlage und ein Tankpark seien getroffen worden, teilte der ukrainische Militärgeheimdienst HUR mit. Ein großflächiges Feuer sei ausgebrochen. Zur Begründung hieß es, die Anlage in Slawjansk-na-Kubani diene dem russischen Angriffskrieg.Der Zivilschutzstab der Region Krasnodar teilte auf Telegram lediglich mit, dass auf dem Gelände eines nicht näher beschriebenen Unternehmens ein Feuer ausgebrochen sei. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten außerdem eine Gasleitung in einem Wohngebiet der Stadt Slawjansk-na-Kubani, beschädigt. Schon in der Vergangenheit war die Raffinerie dort getroffen worden. Im Sommer brannte sie infolge einer Attacke mehrere Tage lang.Ukraine: Russische Drohne schlägt nahe polnischer Grenze einEine russische Drohne ist in der Nacht nahe der ukrainisch-polnischen Grenze in der Kleinstadt Jahodyn eingeschlagen. Das teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit und korrigierte damit eine frühere Aussage, wonach der Grenzübergang direkt getroffen wurde. Der Einschlagsort liegt ungefähr 800 Meter von der Grenze entfernt, wie eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Der Grenzübergang sei während des Angriffs vorübergehend geschlossen worden. In der Grenzregion Wolyn hat zudem eine Drohne die Lokomotive eines Personenzugs zwei Kilometer vor der polnischen Grenze angegriffen, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja mitteilte. Verletzte gebe es nicht. Über die Grenzübergänge zu Polen gelangt ein Großteil der westlichen Militär- und Humanitätshilfe in die Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind wiederholt Drohnen oder Raketenteile in Nachbarländern wie Rumänien, Polen oder der Republik Moldau niedergegangen.Selenskij-Vertrauter: Gespräche mit USA und Russland wieder im OktoberDie Ukraine erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen über eine Friedenslösung mit Russland und unter Vermittlung der USA im kommenden Monat. „Wir bereiten uns vor, auf Oktober“, sagte der Stabschef von Präsident Wolodimir Selenskij, Kyrylo Budanow, im Gespräch mit Journalisten. Er bestätigte, dass damit Unterredungen im Dreierformat gemeint seien. Ein genaues Datum oder den Ort der Treffen nannte er jedoch nicht.Auch Kremlsprecher Dmitrij Peskow hatte zuletzt in einem Interview der Tageszeitung Iswestija erklärt, der Kreml gehe davon aus, dass die USA, Russland und die Ukraine den Dialog „in absehbarer Zeit“ fortsetzen könnten. „Eine andere Frage ist jedoch, wie erfolgreich dieser Dialog sein wird – das lässt sich derzeit nur schwer vorhersagen, da sich die Lage vor Ort für die Ukrainer von Mal zu Mal verschlechtert“, behauptete er.US-Unterhändler hatten am vergangenen Wochenende Moskau und Kiew besucht und die Möglichkeiten einer friedlichen Lösung für den Krieg in der Ukraine sondiert. Dabei war eine Fortsetzung des seit Monaten unterbrochenen Dialogs im Dreierformat ins Auge gefasst worden. Diese Gespräche werden von Unterhändlern geführt, die stets mit ihren jeweiligen Staatschefs Rücksprache halten müssen. Erst am Ende ist ein direktes Treffen der Präsidenten der USA, Russlands und der Ukraine zu erwarten.Zuletzt hatten die USA im Februar bei direkten Unterredungen zwischen Russland und der Ukraine in der Schweiz als Vermittler am Tisch gesessen. Budanow gehörte damals der ukrainischen Delegation an.Ukrainische Tennisspielerin: Wohnung durch Angriff zerstörtDas Apartment der ukrainischen Tennisspielerin Dajana Jastremska in Odessa ist nach ihren Angaben durch einen russischen Angriff zerstört worden. Die 26-Jährige veröffentlichte bei Instagram Bilder und Videos, die ein brennendes Haus zeigen. „So sieht die ‚russische Welt‘ aus: Ein direkter Treffer eines Kalibr-Marschflugkörpers“, schrieb Jastremska dazu.Das Einzige, was übrig geblieben sei, sei ein Handtuch aus Roland Garros von den French Open. „Ein Stück Tenniswelt überlebte eine russische Rakete. Unser Zuhause nicht“, schrieb sie.Jastremska richtete sich direkt an die Frauen-Profiorganisation WTA und den Weltverband ITF. „Seht euch diese Bilder mit unseren Augen an. Das ist die wahre Bedeutung eurer ‚Neutralität‘ – aus ukrainischer Sicht“, schrieb sie. Russische Tennisprofis dürfen mit neutralem Status an internationalen Turnieren teilnehmen. Ukrainische Spielerinnen und Spieler geben russischen Gegnern nach dem Match im Regelfall nicht die Hand.Die Weltranglisten-113. Jastremska war zuletzt bei den US Open in New York in der ersten Runde ausgeschieden. Ihre Kollegin Elina Switolina hatte während des Grand-Slam-Turniers berichtet, dass der Padelclub der 31-Jährigen in Kiew durch die Folgen eines russischen Angriffs schwer beschädigt worden war.Kiews Marine berichtet von erstem Gefecht von DrohnenbootenIm vermutlich ersten Zusammentreffen zweier Marine-Drohnen überhaupt hat das unbemannte russische Boot gegen sein ukrainisches Gegenstück nach Kiewer Darstellung den Kürzeren gezogen. Wie die ukrainische Marine auf Telegram mitteilte, habe die Aufklärung eine russische Marine-Drohne in einem nicht genannten Abschnitt des Schwarzen Meeres entdeckt. Eine daraufhin in Marsch gesetzte Marine-Drohne habe sich an das russische Boot heranmanövriert und dieses mit seinem überschweren Maschinengewehr beschossen und versenkt.„Dies ist die erste Seeschlacht in der Geschichte zwischen unbemannten Booten“, schrieb die ukrainische Marine zu dem Zwischenfall. Dazu wurde ein Video veröffentlicht, das Beschuss und Zerstörung eines nicht identifizierbaren Kleinbootes zeigt.Sowohl die Ukraine als auch Russland haben in den vergangenen Monaten unbemannte Marine-Drohnen entwickelt, die zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Bekannt sind bisher unbemannte Sprengboote für Angriffe gegen Schiffsziele sowie Marine-Drohnen mit Sonder-Bewaffnung wie Maschinengewehren oder Raketen. Nach ukrainischer Darstellung sind auch Boote im Einsatz, die unbemannte Fluggeräte mit kurzer Reichweite direkt an die russische Küste heranbringen können.Lawrow: Verhandlungen ja – Feuerpause neinMoskau ist nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow zu Verhandlungen mit Kiew bereit, nicht aber zu einer gleichzeitigen Feuerpause. Der russischen Regierung mangele es nicht an gutem Willen, erklärte er nach Angaben der Staatsagentur Tass am Rande des Brics-Gipfels in Delhi. „Wir sind nach wie vor zu Verhandlungen bereit, aber für die Dauer der Verhandlungen wird die Militäroperation nicht ausgesetzt.“ Ukraine: Tote und viele Verletzte nach russischen AngriffenBei russischen Angriffen sind in der Nacht mehrere Menschen in der Ukraine getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij warf Russland vor, seitdem praktisch ununterbrochen Städte und Gemeinden im Nachbarland anzugreifen. Bei einem Raketenangriff sei ein Wohnhaus in Odessa im Süden der Ukraine beschädigt und 37 Menschen verletzt worden, schrieb Selenskij in sozialen Medien. Die Suche nach zwei weiteren Personen dauere an. In Tschornomorsk in der Region Odessa seien elf Menschen bei einem Drohnenangriff in einem Hotel verletzt worden.Selenskij beklagte zudem zwei Tote durch einen Drohneneinschlag in Wohngebäude in der Region Saporischschja. Sechs Menschen wurden ihm zufolge verletzt. Weitere Verletzte habe es bei einem Angriff auf ein nicht näher genanntes Unternehmen in Saporischschja gegeben.In seiner Geburtsstadt Krywyj Rih habe eine Rakete kritische Infrastruktur getroffen. Selenskij schrieb von einem Todesopfer und drei Verletzten. Zuvor hatte der Gouverneur des südostukrainischen Gebiets Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, von zwei Toten und vier Verletzten bei einem Angriff auf einen Betrieb berichtet.Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte Angriffe. Attackiert worden seien in Saporischschja und Krywyj Rih Unternehmen der Metallindustrie, die Produkte für militärische Zwecke herstellten, hieß es. In der Region Odessa seien Objekte der Hafeninfrastruktur und ein wichtiges Objekt der Verkehrsinfrastruktur für die Entladung und Lagerung militärischer Güter angegriffen worden.Russland: Ukrainische Drohnenangriffe in mehreren RegionenDie Ukraine hat nach russischen Angaben mehrere Regionen mit Drohnen angegriffen. Die Luftabwehr habe insgesamt 230 unbemannte Flugkörper über mehr als einem Dutzend Gebieten sowie über der annektierten Halbinsel Krim und dem Asowschen und Schwarzen Meer abgeschossen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. In der Region Samara hätten ukrainische Drohnen Industrieanlagen angegriffen, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Regionalgouverneur meldete. Welche Anlagen das Ziel waren und ob Schäden entstanden, ließ er offen. In der Stadt Toljatti in derselben Region wurden nach Angaben des Bürgermeisters mehrere Wohngebäude beschädigt und eine Person verletzt.Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij teilte auf Facebook mit, dass zwei Chemie-Fabriken in den Regionen Perm im Vorland des Ural und Samara im Südosten Russlands mit weitreichenden Drohnen attackiert worden seien. Zudem sei in Taganrog an der Küste des Asowschen Meeres eine Fabrik zur Herstellung von Drohnen getroffen worden.Der ukrainische Generalstab erklärte ebenfalls, dass die Ukraine eine Fabrik im Wolgagebiet Samara angegriffen habe. Auf dem Gelände des Betriebs in Toljatti sei ein Brand festgestellt worden. Das Unternehmen sei unter anderem spezialisiert auf die Herstellung synthetischer Kautschuke, was wichtig für die Nutzung von taktischen und ballistischen Raketen sei, hieß es zur Begründung. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die eine große Rauchwolke in Toljatti zeigen sollen.Tote und Verletzte bei Angriffen auf Tankstellen in Kiew Bei russischen Drohnenangriffen auf Tankstellen sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens zwei Menschen getötet worden. Sechs von acht Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Tags zuvor hatte es den ersten direkten Angriff auf eine Tankstelle in der Millionenstadt gegeben.Zudem sei in der vergangenen Nacht eine Drohne in ein neunstöckiges Wohnhaus eingeschlagen, teilte Klitschko mit. Dabei seien acht Menschen verletzt worden. Im Landkreis Wyschhorod im Kiewer Umland wurde nach Behördenangaben eine Frau bei einem russischen Drohnenangriff getötet. An Lagerhallen habe es Schäden gegeben.Berichte über Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen in RusslandInfolge ukrainischer Drohnenangriffe sind nach Angaben aus Russland in der russischen Region Tula mindestens zwei Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur von Tula auf Telegram mit. Allein über dem südlich von Moskau gelegenen Gebiet seien 26 Drohnen abgeschossen worden.Nach Behördenangaben wurden zudem Ziele im Gebiet Wolgograd (etwa 900 Kilometer südöstlich von Moskau) vom ukrainischen Militär mit Raketen angegriffen. Zwei Männer wurden demnach in der Gebietshauptstadt Wolgograd verletzt. Es habe Schäden an einem Wohnhaus gegeben, hieß es. Raketentrümmer seien zudem auf einem Unternehmensgelände herabgefallen.Im ebenfalls am Fluss Wolga weiter nördlich gelegenen Saratow ist nach Unternehmensangaben ein Logistikzentrum des Internethändlers Ozon von Drohnen in Brand gesetzt worden. Verletzte habe es nicht gegeben, teilte Ozon auf Telegram mit. Den Angaben nach stellte der Versandhändler seine Tätigkeit im Gebiet Saratow vorerst ein.Insgesamt sind nach Angaben des russischen Militärs in der Nacht über 770 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Ende August hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij seinen Streitkräften die Aufgabe gestellt, das russische Hinterland täglich mit bis zu 1000 Drohnen anzugreifen.Luzia GeierUkraine: Sieben Tote bei russischem Angriff auf PawlohradBei einem russischen Angriff auf die ukrainische Industriestadt Pawlohrad sind nach Angaben der Regionalverwaltung sieben Menschen getötet worden. 76 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur Oleksandr Hanscha mit.Russische Luftangriffe lösten außerdem in der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen Brand in einem neunstöckigen Wohnhaus aus. Dies teilten die städtischen Behörden auf Telegram mit. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war bisher nicht möglich. Russland bestreitet, gezielt zivile Einrichtungen anzugreifen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
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