PfadnavigationHomePolitikDrohnenattacken nahe PolenUkraine wirft Russland systematischen Angriff auf Bahnnetz vor – Polen beruft Krisenstab einStand: 14:58 UhrLesedauer: 2 MinutenRussland nimmt die Versorgung der Ukraine ins Visier. Nahe der Grenze zu Polen trafen Angriffe einen Lastwagen und einen Zug mit 206 Fahrgästen. WELT-Reporter Christoph Wanner berichtet aus Kiew.Russland nimmt die Versorgung der Ukraine ins Visier. Nahe der Grenze zu Polen trafen Angriffe einen Lastwagen und einen Zug mit 206 Fahrgästen. Man sei „in höchster Alarmbereitschaft“, so die ukrainische Bahngesellschaft. Auch Polens Ministerpräsident Tusk reagiert.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDie Ukraine hat Russland einen systematischen Angriff auf ihr Eisenbahnnetz vorgeworfen. Wegen landesweiter Angriffe seien das Überwachungszentrum und das gesamte Personal der ukrainischen Bahn „in höchster Alarmbereitschaft“, teilte die staatliche Bahngesellschaft am Sonntag in Onlinediensten mit. Sie warnte vor möglichen Evakuierungen und Verspätungen von Zügen sowie Umleitungen in der zentralukrainischen Region Dnipro. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe ​in der Westukraine Infrastruktur attackiert, die für Militärtransporte aus Europa genutzt werde.Am Sonntag hatte eine russische Drohne einen Zug getroffen, der in Richtung Polen in Grenznähe unterwegs war. Nach Angaben aus Warschau und Kiew wurde niemand verletzt. Der Bahnbetreiber PKP Intercity teilte mit, der Zug sei von Kiew nach Warschau unterwegs gewesen. An Bord hätten sich 206 Fahrgäste befunden.Die polnische Regierung meldete sich ebenfalls zu Wort und warf Moskau eine Verschärfung des Konflikts vor. „Putin eskaliert“, schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk rief für den Nachmittag einen Krisenstab zusammen. Auch westliche Politiker sind bei ihren Reisen nach Kiew auf die Bahnverbindung von Polen in die Ukraine angewiesen – der Luftraum über dem Land ist gesperrt.Auch ein Lastwagen nahe der ⁠ukrainischen Grenze zu Polen wurde am Sonntag von russischen Drohnen angegriffen. Der Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn sei nach dem Angriff etwa 800 Meter von ⁠polnischem Gebiet entfernt vorübergehend geschlossen worden, sagte ein Sprecher der polnischen ‌Grenzwache der Nachrichtenagentur Reuters. Der ​Betrieb sei später aber wieder ‌aufgenommen worden.Angriffe nahe der Grenze nehmen seit einer Woche zuDie Ukraine ist ​auf Handels- und Waffenlieferungen über ihre Grenzen zu Polen, Rumänien und Moldau angewiesen. Russland hat in den vergangenen Wochen ​damit begonnen, die Grenzübergänge der Ukraine zu ihren westlichen Verbündeten ins Visier zu ‌nehmen. Dies ist Teil systematischer Angriffe beider Seiten, mit denen im nunmehr fünften Jahr der Invasion die wirtschaftliche Infrastruktur der Ukraine geschwächt werden soll.Lesen Sie auchDie Kämpfe gingen unterdessen unvermindert weiter. In dem von Russland besetzten Teil der südostukrainischen Region Saporischschja beschuldigte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom die ⁠Ukraine eines Angriffs auf Tanklastwagen in der Nähe des dortigen Atomkraftwerks.Zudem berichtete der Bürgermeister der russischen ‌Stadt Nischnekamsk, dass ukrainische Drohnen zivile und industrielle Ziele getroffen hätten. Dabei seien mindestens zwei ‌Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Die ukrainischen Behörden ‌äußerten sich dazu zunächst nicht, ⁠bestätigten aber ⁠einen Angriff auf eine andere Raffinerie in der südlichen ‌russischen Region Krasnodar.AFP/Reuters/krott