Russische Drohnen schlagen an polnisch-ukrainischer Grenze einBei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind laut regionalen Behörden in der Nacht zum Sonntag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Ziel war vor allem die Westukraine, wo eine Drohne an einer Tankstelle in unmittelbarer Nähe des polnisch-ukrainischen Grenzübergangs Dorohusk-Jahodin einschlug. Handyvideos zeigten brennende Lastwagen nur wenige hundert Meter von der Grenze zu Polen entfernt. Dem polnischen Verteidigungsministerium zufolge stiegen F-16 Kampfflugzeuge und Luftaufklärer auf. Der polnische Luftraum sei jedoch nicht verletzt worden. Eine weitere Drohne habe kurz vor der polnischen Grenze die Lokomotive eines Nachtzugs von Kiew nach Warschau getroffen, berichtete die ukrainische Staatsbahn Ukrzalisnizja. Die Lokführer seien gewarnt gewesen und hätten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Verletzt worden sei niemand. In dem Zug befanden sich den Angaben zufolge 206 Passagiere, die schließlich mit 370 Minuten Verspätung in Polen angelangt seien. Auch der nachfolgende Zugverkehr wurde gestoppt, darunter ein Sonderzug von Kiew nach Dorohusk, in dem zahlreiche Politiker und Diplomaten saßen, die auf dem Rückweg von einer Konferenz in Kiew waren, darunter der sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, und der frühere britische Premierminister Boris Johnson. Der Grenzübergang Dorohusk-Jagodin ist einer der wichtigsten polnisch-ukrainischen Übergänge für den Straßen- und Eisenbahnverkehr. Russland hatte zuletzt vermehrt Tankstellen in der gesamten Ukraine sowie die ukrainische Eisenbahninfrastruktur angegriffen. „Wir überwachen ständig Bedrohungen aus der Luft und ergreifen alle möglichen Maßnahmen zur Sicherheit der Fahrgäste und des Bahnpersonals“, teilte Ukrzalisnizja mit. In den Zügen liegen zudem Evakuierungspläne bereit. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff als „barbarisch“ und sprach von „Putins Terror, der direkt an die Türen von EU und NATO klopft“. Putin müsse jetzt endlich die Konsequenzen seines Terrors zu spüren bekommen, schrieb Sybiha auf X. Er forderte mit Blick auf Sanktionen „nicht nur halbe Entscheidungen, sondern kompromisslose, kraftvolle Schritte“. Der einzige Weg, Putin zu stoppen, sei es, die Kosten des Krieges für ihn „auf ein unerträgliches Niveau“ zu steigern. Trump an Selenskyj: Keine Angriffe auf russische RaffinerienDer amerikanische Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. „Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen“, sagte Trump in seinem Luxusresort in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen Iran und der Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.Trump behauptete, die ukrainischen Angriffe verursachten die Dieselknappheit. „Das liegt nicht am Nahen Osten, sondern an den Ereignissen in Russland und der Ukraine“, sagte er weiter. Die USA hätten mit Selenskyj bereits darüber gesprochen. „Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt.“Tote und Verletzte nach russischen AngriffenDas russische Militär hat seine Angriffe gegen Städte in der Ukraine fortgesetzt. Bei mehreren Angriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk wurden nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet. Weitere zehn Bewohner seien verletzt worden, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Der erste Angriff habe einem Kleinwagen gegolten, später sei die Stadt von vier Fliegerbomben getroffen worden. In der Hafenstadt Odessa und Umgebung wurden bei einer Serie russischer Angriffe im Tagesverlauf mindestens 24 Menschen verletzt. Nach Angaben der Behörden wurden bei den Angriffen mehrstöckige Wohngebäude sowie Lagerhäuser beschädigt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Polens Außenminister: „Putin eskaliert“ Nach russischen Angriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau sowie auf die Grenzregion der Ukraine zu Polen hat die polnische Regierung Moskau eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen. „Putin eskaliert“, schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf der Plattform X. Regierungschef Tusk berief für den Spätnachmittag eine Krisensitzung der Ressortchefs und der uniformierten Dienste ein. „Wir nehmen diese Ereignisse äußerst ernst“, schrieb Innenminister Marcin Kierwinski auf X. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb, Moskaus Angriffe hätten nahe der polnisch-ukrainischen Grenze in der Region Wolyn eine Lokomotive in Brand gesetzt und eine Tankstelle beschädigt. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte härtere Konsequenzen für Moskau. Russische Angriffe an der polnisch-ukrainischen Grenze seien nicht einfach eine Fortführung der Attacken auf die ukrainischen Staatsgrenzen, schrieb er auf X. „Das ist Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der NATO klopft.“Litauen schließt Flughafen Vilnius wegen mutmaßlicher Drohne Litauen hat wegen einer mutmaßlichen Drohnensichtung den Flughafen der Hauptstadt Vilnius geschlossen. Der Alarm sei ⁠inzwischen wieder aufgehoben, teilt der litauische nationale Krisenstab mit. Zuvor war den Behörden zufolge mindestens ein Nato-Kampfjet zur Sicherung des Luftraums aufgestiegen. Er sei vom Stützpunkt Siauliai im Norden des Landes gestartet, wo derzeit Kampfflugzeuge der italienische Luftwaffe im ‌Rahmen eines Nato-Schutzeinsatzes stationiert sind. Der am Morgen gestartete Vilnius-Marathon wurde nach Angaben der Organisatoren nicht beeinträchtigt. Ukraine soll Tanklaster nahe AKW Saporischschja angegriffen habenDer Chef des staatlichen russischen Atomenergiekonzerns, Alexej Lichatschow, wirft der Ukraine ‌einen Angriff auf Diesel-Lastwagen nahe dem Kernkraftwerk Saporischschja vor. Dabei seien zwei russische Soldaten getötet und mehrere weitere ‌verletzt worden, erklärt ‌Lichatschow. Die Ukraine gefährde damit gezielt die Sicherheit der von Russland besetzten Anlage. Treibstoff ist für Generatoren wichtig, ​die die Kühlung der ⁠Reaktoren bei einem Ausfall der externen Stromversorgung sichern. Der Angriff hat Lichatschow ​zufolge am Freitag stattgefunden, die Vorwürfe äußert der Rosatom-Chef ⁠am Sonntag. Beide Seiten ‌werfen sich regelmäßig gegenseitig vor, die Sicherheit des größten europäischen Atomkraftwerks zu gefährden. Russland: China und Indien bieten Vermittlung an Chinas ‌Staatschef ‌Xi Jinping und der indische Ministerpräsident Narendra Modi ​bieten russischen ⁠Angaben zufolge ihre Vermittlung für Friedensgespräche zur ​Ukraine an. Der ⁠russische Präsident Wladimir ‌Putin begrüße diese Bereitschaft, zitiert die ⁠staatliche Nachrichtenagentur ⁠Tass den Kremlsprecher Dmitri ⁠Peskow. ​Die ⁠drei Politiker ​nehmen am Wochenende am ‌BRICS-Gipfel in Delhi teil. Zwei Tote in Russland nach ukrainischen AngriffenInfolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind zwei Menschen in der russischen Teilrepublik Tatarstan getötet worden. Eine Drohne sei in einen Baum gestürzt, wodurch ein nahe stehendes Auto mit vier Insassen beschädigt worden sei, teilte der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk, Radmir Beljajew, bei Telegram mit. Zwei der Insassen seien ums Leben gekommen, die anderen beiden seien schwer verletzt worden. Vier weitere Menschen wurden Beljajew zufolge verletzt, als eine Drohne in ein Wohnhaus stürzte. Industrieobjekte und zivile Objekte seien beschädigt worden. In einem nicht näher genannten Unternehmen sei ein Feuer ausgebrochen, das schnell gelöscht worden sei. Klaus BardenhagenLibyen dementiert angebliche Erlaubnis für ukrainische Nutzung von StützpunktLibyens Regierung hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach sie der Ukraine die Nutzung eines Armeestützpunkts für Angriffe auf Schiffe der russischen Schattenflotte erlaubt habe. Das Verteidigungsministerium erklärte, es habe „Kenntnis von den in einem Presseartikel enthaltenen Behauptungen erhalten“. Es weise „kategorisch die Existenz jeglicher Vereinbarung, Abmachung oder Abstimmung zurück, die die Nutzung“ dieses Stützpunkts ermöglichen würde. Der US-Sender CNN hatte unter Berufung auf ukrainische Kreise berichtet, dass seit Ende 2025 ukrainische Drohnenbediener im Nordwesten Libyens im Einsatz seien. Anderen von CNN zitierten Kreisen zufolge dient der internationale Armeestützpunkt in Misrata als „Startpunkt“ für Drohnen gegen die Schattenflotte russischer Öltanker in der Region. Im Gegenzug würden örtliche Streitkräfte ausgebildet.Anfang März hatte die libysche Hafen- und Seeschifffahrtsbehörde mitgeteilt, dass sich an Bord des russischen Tankers „Arctic Metagaz“ mehrere Explosionen ereignet hätten. Der Tanker befand sich damals rund 240 Kilometer nördlich der libyschen Hafenstadt Sirte. Laut den libyschen Behörden transportierte das Schiff Flüssiggas (LNG), das für Ägypten bestimmt war. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff von der libyschen Küste mit Drohnen attackiert zu haben. Die Ukraine hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.Ian LieschKiews Marine berichtet von erstem Gefecht von DrohnenbootenIm vermutlich ersten Zusammentreffen zweier Marine-Drohnen überhaupt hat das unbemannte russische Boot gegen sein ukrainisches Gegenstück nach Kiewer Darstellung den Kürzeren gezogen. Wie die ukrainische Marine auf Telegram mitteilte, habe die Aufklärung eine russische Marine-Drohne in einem nicht genannten Abschnitt des Schwarzen Meeres entdeckt. Eine daraufhin in Marsch gesetzte Marine-Drohne habe sich an das russische Boot heran manövriert und dieses mit seinem überschweren Maschinengewehr beschossen und versenkt.„Dies ist die erste Seeschlacht in der Geschichte zwischen unbemannten Booten“, schrieb die ukrainische Marine zu dem Zwischenfall. Dazu wurde ein Video veröffentlicht, das Beschuss und Zerstörung eines nicht identifizierbaren Kleinbootes zeigt.Sowohl die Ukraine als auch Russland haben in den vergangenen Monaten unbemannte Marine-Drohnen entwickelt, die zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Bekannt sind bisher unbemannte Sprengboote für Angriffe gegen Schiffsziele sowie Marine-Drohnen mit Sonder-Bewaffnung wie Maschinengewehren oder Raketen. Nach ukrainischer Darstellung sind auch Boote im Einsatz, die unbemannte Fluggeräte mit kurzer Reichweite direkt an die russische Küste heranbringen können.Kreml schließt Treffen von Putin und Selenskyj bei G-20-Gipfel in Miami aus Russland schließt ein Treffen von Staatschef Wladimir Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim diesjährigen G-20-Gipfel in den USA aus. „Das ist unmöglich“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Neu Delhi. Er bekräftigte Moskaus Position, dass eine solche Begegnung nur in der russischen Hauptstadt stattfinden könne: „Es gibt eine Bereitschaft, ihn (Selenskyj) in Moskau zu treffen.“Selenskyj hatte sich zuvor in einem Interview mit der Deutschen Welle zu einem Treffen mit Putin in Miami bereiterklärt. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G-20-Gruppe inne. Im Dezember findet in Miami im Bundesstaat Florida der Gipfel der G-20-Staats- und -Regierungschefs statt.Lawrow spricht sich für Verhandlungen aus – aber gegen FeuerpauseMoskau ist nach den Worten von Russlands Außenminister Sergej Lawrow zu Verhandlungen mit Kiew bereit, nicht aber zu einer gleichzeitigen Feuerpause in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der russischen Regierung mangele es nicht an gutem Willen, sagte er nach Angaben der Staatsagentur Tass am Rande des BRICS-Gipfels in Neu Delhi. „Wir sind nach wie vor zu Verhandlungen bereit, aber für die Dauer der Verhandlungen wird die Militäroperation nicht ausgesetzt." Er bekräftigte Moskaus Gesprächsangebot an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Wenn er sich treffen möchte – soll er doch kommen“, sagte Lawrow. „Das ist bereits eine enorme Geste des guten Willens unsererseits.“ Die USA bemühen sich aktuell darum, die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew wieder in Gang zu bekommen. Unter anderem wird über einen Dreiergipfel von Putin und Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump spekuliert.Selenskyj über Putin: Müssen uns treffen und Entscheidungen treffenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben zu einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin bereit, sollten beide Politiker zu einem G20-Gipfel in die USA eingeladen werden. „Wir müssen uns treffen, miteinander sprechen und Entscheidungen treffen“, sagte Selenskyj in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Welle. „Es geht nicht um Worte“, sagte Selenskyj in dem Interview, das am Freitag in Kanada geführt wurde. „Was ich ihm sagen werde oder was er mir sagen will, spielt keine Rolle“, sagte Selenskyj mit Blick auf Putin. „Was zählt, ist das Ergebnis.“Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe inne. Im Dezember findet in Miami im Bundesstaat Florida der Gipfel der G20-Staats- und Regierungschefs statt. US-Präsident Donald Trump hatte im April gesagt, eine Teilnahme Russlands wäre „wahrscheinlich sehr hilfreich“. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 haben sich Putin und Selenskyj nicht persönlich getroffen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software