PfadnavigationHomeWirtschaftKI-Entwicklung„Ich würde sagen, nicht 2026“ – Kein Börsengang von OpenAI wegen SicherheitsbedenkenStand: 07:41 UhrLesedauer: 4 MinutenDer ChatGPT-Entwickler OpenAI wird nach Angaben seines Chefs Sam Altman nicht mehr im Jahr ​2026 an die Börse gehen.Der erwartete Börsengang des ChatGPT-Entwicklers OpenAI wird in diesem Jahr nach Angaben von Firmenchef Altman nicht mehr über die Bühne gehen. Zudem sprechen sich die amerikanischen KI‑Bosse für eine verlangsamte Entwicklung aus.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDer ChatGPT-Entwickler OpenAI wird nach Angaben seines Chefs Sam Altman nicht mehr im Jahr ​2026 an die Börse gehen. Angesichts der aktuellen Sicherheitsbedenken bei Künstlicher Intelligenz (KI) wäre dies ein ⁠schlechter Zeitpunkt für einen Börsengang, sagte Altman in einem am Samstag veröffentlichten Interview des Magazins „Fortune“. Das Unternehmen verspüre in dieser Hinsicht keinen Druck. „Man wäre schlecht beraten, genau jetzt an die Börse zu gehen.“ Auf die Nachfrage, ob er sich auch den Verzicht auf einen Börsengang im kommenden Jahr vorstellen könnte, erwiderte Altman: „Ich würde sagen, nicht 2026.“ Es gebe noch ​viel zu tun, ‌um die Anforderungen an die Sicherheit zu erfüllen und herauszufinden, wie die Branche und Regierungen zusammenarbeiten könnten.Die Zeitung „New York Times“ hatte bereits im Juni berichtet, OpenAI erwäge, einen möglichen Börsengang mit einer Bewertung von einer Billion Dollar auf 2927 zu verschieben.Dem Bericht zufolge deutete Altman zudem an, dass führende KI-Unternehmen kurz vor einer ‌Vereinbarung stehen könnten, die Entwicklung zu verlangsamen und ⁠gemeinsam an der ​Abwehr von Risiken zu arbeiten. Zuvor hatte bereits der Chef des OpenAI-Rivalen Anthropic, Dario ⁠Amodei, ein bedachteres Vorgehen gefordert. Das Tempo, mit dem die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessert würden, müsse gedrosselt werden. Altman stimmte dem auf X zu ‌und erklärte, dies sei ⁠in den ‌vergangenen Wochen ​ein Hauptthema ⁠bei OpenAI gewesen.Lesen Sie auchBei Anthropic ​haben Sicherheitsbedenken die Börsenpläne aber noch nicht gebremst. Insidern zufolge ‌will ​das Unternehmen frühestens Mitte Oktober mit der Vermarktung ‌seines ‌Börsengangs beginnen und diesen noch vor den US-Kongresswahlen im November abschließen.Anthropic-Chef Amodei gab sich am Samstag besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen.Amodei plädierte für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic, ohne auf andere zu warten, in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde. Auch Tech-Milliardär Elon Musk, lange ein Kritiker Amodeis, schrieb auf X: „Dario hat recht.“Amodei immer wieder in der Kritik wegen RisikowarnungenBei der jüngst bekanntgewordenen, aufsehenerregenden Hacking-Attacke war Software von OpenAI in einem Testlauf eigenständig aus einer abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace ein. Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Agenten unter anderem Software-Schwachstellen aus und sprachen sich zudem untereinander ab.Amodei hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder vor Risiken bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewarnt und war dafür aus Teilen der KI-Branche zum Teil heftig kritisiert worden. Ein Argument von Befürwortern eines hohen Tempos in den USA, etwa auch im Weißen Haus von Präsident Donald Trump, ist der Wettlauf mit China.Anthropic entwickelte zuletzt ein KI-Modell mit dem Namen Mythos, das besonders gut darin ist, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen zu finden. Die Firma macht das volle Modell nur ausgewählten Behörden und Unternehmen zugänglich, damit sie ihre Computersysteme absichern können.Die Debatte war in den vergangenen Tagen noch von einem Anthropic-Forscher angeheizt worden, der mit einer drastischen Warnung zurücktrat. Die großen Entwickler Künstlicher Intelligenz handelten unverantwortlich „und spielen mit unseren Leben“, erklärte Jacob Coxon.Anthropic-Forscher Evan Hubinger, der mit dafür zuständig ist, dass KI mit den Interessen der Menschen im Einklang bleibt, bestätigte wenig später Coxons Sorgen. Er persönlich denke, die Gefahr, dass KI die Menschheit töte, liege im kommenden Jahrzehnt bei mehr als zehn Prozent, schrieb er auf X.In den USA gibt es zudem eine wachsende Bewegung gegen riesige Rechenzentren, auf deren Bau KI-Firmen wie OpenAI für den Ausbau ihres Geschäfts angewiesen sind.Reuters/dpa/sara