Herr Goldschmidt, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat ein Ergebnis hervorgebracht, bei dem keine Partei annähernd ihre Wunschvorstellung durchsetzen kann. Ist das nicht der größte denkbare demokratische Schaden: Es wird vermutlich keine inhaltlichen Konsequenzen in die gewählte Richtung geben?Der größte demokratische Schaden wäre nicht, dass keine Partei ihre Wunschvorstellung durchsetzen kann. Das ist Demokratie: In einer pluralen Gesellschaft zwingen Wahlergebnisse Parteien dazu, Mehrheiten zu bilden und Kompromisse zu schließen. Der wirkliche Schaden wäre, wenn eine als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei den Ministerpräsidenten stellen würde. Erstaunlich ist, mit welcher Nonchalance inzwischen bis weit in die bürgerliche Mitte demokratische Strukturen aufs Spiel gesetzt werden. Sicher, wir brauchen Reformen. Aber vieles in Deutschland ist besser, als wir es uns einreden. Begründeter Optimismus braucht Sachkenntnis – und keine politischen Heilsversprechen.
Ökonom: „Friedrich Merz lernt gerade auf die schmerzhafte Tour drei Dinge“
Der Ökonom Nils Goldschmidt findet: Es braucht weniger klare Kante und mehr Kompromisse im Land. Ein Gespräch über Friedrich Merz’ Glaubwürdigkeitsproblem, den Sinn von Hinterzimmern und die Frage, wo Verhandeln enden muss.











