Die Ölpreise sind in der Nacht zum Freitag deutlich gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee erreichte zwischenzeitlich fast 110 US-Dollar.Ursache sind verschärfte Kämpfe im Nahen Osten. Unter anderem gab es neue Angriffe auf Schifffahrtsrouten in der Region, etwa in der Straße von Hormus. Im frühen Handel stagnierten die Preise dann. Zuletzt kostete Brent-Öl 107,40 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Das bisherige Kriegshoch von mehr als 126 US-Dollar je Barrel war im April erreicht worden.

Auch die Preise für europäisches Erdgas und die Frachtraten für Öltanker stiegen stark. Raffinerieprodukte wie Diesel verteuerten sich noch mehr, verstärkt durch die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. In den USA erreichte der durchschnittliche Preis für eine Gallone (3,785 Liter) Diesel nach Angaben des Analyseportals GasBuddy erstmals die Marke von sechs US-Dollar.

Linke fordert ÜbergewinnsteuerIn Deutschland verlangt die Linke von der Bundesregierung Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise. »Wer jetzt nicht handelt, macht seinen Job nicht richtig und sollte sich überlegen, ob er der Richtige in seinem Amt ist«, sagte Parteichef Luigi Pantisano der Nachrichtenagentur dpa. »Statt über die Übergewinnsteuer zu reden, sollte man sie endlich einsetzen.« Langfristig brauche es einen Margendeckel und eine öffentliche Preiskontrolle, »damit Unternehmen sich nicht zusätzlich an der Krise der Bevölkerung bereichern«. Ein über den Bundeshaushalt finanzierter Tankrabatt war nach zwei Monaten Ende Juni ausgelaufen.