Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent ist am Mittwoch wieder über 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Hintergrund sind weitere wechselseitige Angriffe der USA und Irans rund um den wichtigen Öl-Transportweg durch die Straße von Hormus. Steigt der Rohölpreis, wird das Tanken und das Heizen mit Öl und Gas teurer. Ein hoher Ölpreis beeinflusst auch die Preisentwicklung insgesamt, weil der Rohstoff ein wichtiger Kostenfaktor für die gesamte Wirtschaft ist.Der Kampf zwischen den USA und Iran um die Kontrolle in der Straße von Hormus war in der Nacht aufs Neue eskaliert. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Irans Revolutionsgarde reagierte nach eigenen Angaben umgehend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab. Zudem griff die Revolutionsgarde nach eigenen Angaben erneut mehrere Schiffe in der Region der Straße von Hormus an.Zuletzt war der Brent-Preis Mitte Juli kurzzeitig über 100 Dollar gestiegen. Noch liegt er aber deutlich unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April erreicht wurde. Damals hatte der Beginn des Iran-Krieges durch die USA und Israel den Preis stark nach oben getrieben.Angesichts der jüngsten Eskalation ist auch der Preis für europäisches Erdgas gestiegen. Erstmals seit Ende 2022 stieg der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 79,11 Euro je Megawattstunde (MWh). Zuletzt kostete er 78,64 Euro. Das waren 1,22 Prozent mehr als am Vortag. Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine war der Preis zeitweise auf mehr als 300 Euro gestiegen. Von solchen Höhen ist der Gaspreis noch weit entfernt.Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman gilt als Lebensader der Weltwirtschaft. Sie ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. An der engsten Stelle ist die Schifffahrtsstraße rund 50 Kilometer breit. Die schiffbaren Passagen in beide Richtungen messen rund drei Kilometer. Ein Fünftel der weltweiten Öltransporte passierte sie täglich.
Angriffe im Nahen Osten treiben Rohölpreis über 100 Dollar
An der Straße von Hormus gibt es neue Angriffe, die wichtige Öl-Transportroute bleibt umkämpft. Das hat Folgen weit über die Region hinaus.










