Seit Jahren schwellt ein gewaltsamer Konflikt im Jemen. Regierungstruppen und Huthi-Miliz liefern sich erbitterte Kämpfe. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Ein Video geht derzeit in den sozialen Medien viral: Es zeigt einen Mann in trockener Wüstenlandschaft vor einer rudimentären Steinhütte. Er reißt ein überlebensgroßes Porträt von einer Art Plakatwand ab; mit viel Kraft und bloßen Händen. Darauf zu sehen ist Abdulmalik al-Huthi. Unter seinem Nachnamen ist die Organisation bekannt, die seit den frühen 2000er Jahren mit Gewalt und politischer Einflussnahme den Jemen aufmischt – die Huthis, offizieller Name Ansar Allah, „Helfer Gottes“.

Das Video, das den Abriss seines Porträts zeigt, wurde Berichten zufolge dieser Tage aufgenommen, im Governorat al-Jawf, an der Grenze zu Saudi-Arabien. Seit 2020 stand das Gebiet unter Kontrolle der Huthis, die es damals im Kampf den jemenitischen Staatskräften abrangen.

Ebendie marschieren nun wieder in al-Jawf ein. Bislang – eigenen Angaben zufolge – mit einigem Erfolg: Laut der jemenitischen Staatsarmee habe man das Gebiet al-Yatmah im Governorat al-Jawf zurückgewonnen. Andernorts gewinnen die Huthis an Land, ringen es der Regierung und ihr nahestehenden bewaffneten Gruppen ab. Jahrelang war der Krieg im Jemen weitgehend eingefroren. Nun ist er wieder da, in vollem Gange. Das hat mit dem Krieg in Iran zu tun und mit sich verschiebenden Machtverhältnissen in der ganzen Region.