Pro ArtikelDutzende Verletzte und zerstörte Energieanlagen in Saudiarabien: Die Huthi gehen in die OffensiveRiad droht der Miliz mit massiver Vergeltung. Gleichzeitig rücken Truppen der jemenitischen Regierung am Boden gegen die Huthi vor. Die Attacken der Huthi sind auch ein Test des neuen «Mekka-Pakts».08.09.2026, 16.53 Uhr4 LeseminutenDer Militärsprecher der Huthi-Miliz Yahya Sarea kündigte am Dienstag den Grossangriff auf Saudiarabien an.Yahya Arhab / EPAManches bleibt noch im Dunkeln, doch eines ist schon jetzt klar: Die Huthi haben am Dienstag einen der folgenschwersten Angriffe auf Saudiarabien seit Monaten durchgeführt. 73 Menschen wurden laut saudischen Angaben bei Attacken der jemenitischen Miliz an vier verschiedenen Orten im Königreich verletzt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Ziel der Raketen und Drohnen aus Jemen war die saudische Infrastruktur. Das Energieministerium des Königreichs teilte Dienstagfrüh mit, dass nach Einschlägen Feuer in mehreren Energieanlagen im Süden des Landes ausgebrochen seien. Die Attacken hätten zu einem «temporären Produktionsstopp» geführt.Laut der «Financial Times» hatten die Huthi schon am Montag die Jazan-Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Aramco beschossen. Die Raffinerie, wo 400 000 Fässer Erdöl pro Tag produziert werden, wurde bereits in der Vergangenheit von den Huthi attackiert. In Folge der Huthi-Offensive schoss der Erdölpreis auf über 99 Dollar pro Barrel in die Höhe.Die von Riad angeführte Anti-Huthi-Koalition verurteilte die «sündhaften und ungerechtfertigten Attacken der terroristischen Huthi-Miliz». Saudiarabien kündigte an, zurückzuschlagen: Die Koalition werde «alle erforderlichen operativen Massnahmen ergreifen, um diese terroristische Miliz abzuschrecken und ihrem feindseligen Vorgehen entschlossen entgegenzutreten».Immer wieder haben die mit Iran verbündeten Huthi seit Juli Ziele in Saudiarabien sowie saudische Öltanker beschossen. Die Offensive vom Dienstag war allerdings wohl sehr viel weitreichender als vorangegangene Attacken. Die Huthi selbst sprachen von Dutzenden Raketen und Drohnen, die die Gruppe in Wellen abgefeuert hatte.Die Huthi geraten unter DruckLaut den Huthi waren die Attacken eine Reaktion auf saudische Luftangriffe gegen das von ihnen kontrollierte Gebiet in Jemen. Tatsächlich geraten die Huthi in Jemen unter Druck. «Anfang September kam es zu den schwersten Kämpfen seit Jahren», sagt Marieke Brandt, Huthi-Expertin bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.Riad unterstützt die international anerkannte jemenitische Regierung, die einen Grossteil des Territoriums Jemens kontrolliert, wo allerdings nur eine Minderheit der Bevölkerung lebt. Die Regierungstruppen konnten in den Provinzen al-Jawf und al-Bayda Geländegewinne gegen die Huthi erzielen. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie die Menschen in den Territorien unter vormaliger Huthi-Kontrolle Transparente mit dem Foto des Milizen-Anführers Abdelmalik al-Huthi zerstören.A viral video shows a Yemeni young man tearing up a photo of Houthi leader Abdul-Malik al-Houthi in Al-Jawf Governorate, which has been liberated from Iran-backed Houthi militias by Yemeni army forces. pic.twitter.com/fqbRE6mkFw— Al Arabiya English (@AlArabiya_Eng) September 7, 2026