Sachsen-Anhalt ist gespalten. 44 Prozent der Wähler entschieden sich am Sonntag für die AfD, rechts der Brandmauer. Und 44 Prozent der Wähler entschieden sich für Parteien links der Brandmauer: CDU, SPD, Grüne und Linke. Dazwischen sitzt das BSW. Die Partei, in Sachsen-Anhalt angeführt von Claudia Wittig und Thomas Schulze, will die Brandmauer niederreißen und der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenwirken. Dafür soll ein überparteilicher Ministerpräsident her.

Doch der fällt nicht vom Himmel, sondern muss von der Mehrheit der Mitglieder im Landtag gewählt werden. Nach Wunsch des BSW muss dafür die AfD eingebunden werden. Man wolle keinen „Brandmauer“-Ministerpräsidenten. Es gebe aber bereits jetzt konkrete Vorstellungen. Diese wolle man mit den anderen Fraktionen im Landtag besprechen.

SPD und Grüne schließen Gespräche nicht aus

Die CDU will sich an solchen Gesprächen nicht beteiligen. Sven Schulze, mit acht zu sieben Stimmen gewählter Fraktionsvorsitzender, sagte auf die Frage dieser Zeitung, ob seine Fraktion Gespräche über einen überparteilichen Ministerpräsidenten führen werde: „Es ist nicht unsere Aufgabe, über das Ministerpräsidentenamt zu sprechen.“ Die CDU sei in der Opposition, erklärte der geschäftsführende Ministerpräsident. Zuvor hatte Schulze bereits Gespräche seiner Fraktion mit der AfD ausgeschlossen.