Der Polit-Influencer Daniel Rensing rät, die AfD im Netz mit Humor zu bekämpfen. Damit täten sich Linke oft schwer. Wie könnten sie lustiger werden?

taz: Herr Rensing, in Ihrem Buch „Make Nazis Afraid Again“ betonen Sie, wie wichtig Emotionen in der Politik sind. Welche Gefühle hatten Sie, als Sie das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt erfahren haben?

Daniel Rensing: Erst einmal gar keine, ich habe nichts gefühlt. Überrascht sein kann man nicht. Es hat sich ja nichts geändert – außer, dass wir es jetzt schriftlich haben. Es macht mich etwas happy, dass Grüne und SPD im Landtag sind. Ein bisschen traurig bin ich, dass es das BSW auch geschafft und die Linke an Prozenten verloren hat.

taz: Wie erklären Sie sich den Erfolg der Rechtsextremen?

Rensing: Zum einen mit den Entwicklungen der letzten 35 Jahre im Osten! Da können wir uns bei der CDU bedanken. Die hat seit der Wende erzählt, jetzt würde alles besser, hat „blühende Landschaften“ versprochen. Die sehe ich aber ehrlich gesagt nicht, sondern eine strukturschwache Region. Und wenn der Satz „Früher war alles besser“ für die Leute stimmt, dürfen wir uns nicht wundern, dass sie kein Vertrauen mehr in die Politik haben.