Es ist Dienstag kurz vor 17 Uhr, als Sven Schulze einen Wahlerfolg zu verkünden hat. „Wir haben den Fraktionsvorstand gewählt, ich bin gewählt worden“, sagt er im Magdeburger Landtag. Zwei Tage liegt da die historische Wahlniederlage seiner CDU zurück. Auf 17,2 Prozent ist die seit 24 Jahren regierende CDU mit ihrem Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten Schulze geschrumpft, ein Negativrekord für die einst stolze Sachsen-Anhalt-Partei. Am Montagabend hatte Schulze im Parteivorstand angekündigt, beim nächsten Parteitag nicht wieder als Landeschef zu kandidieren. Sein Griff nach dem Fraktionsvorsitz hat deswegen viele in Partei und Fraktion genauso überrascht wie verärgert.