Ein Zitat von Kurt Tucholsky, „Wir wollen uns Erinnerungen machen, die Funken sprühen!“, steht auf der Website eines Festivals, das Mitte September in Rheinsberg stattfindet. Tucholsky gehörte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Die Nationalsozialisten haben seine Texte verboten.In Rheinsberg in Brandenburg, wo er einst glücklich war, findet nun das Kurt-Tucholsky-Literaturfestival statt. Wir sprachen darüber mit Peter Graf, der es kuratiert.
Herr Graf, Berlin hat gerade das Internationale Literaturfestival und ist auch sonst nicht arm an Lesungen. Was könnte Berliner zur Literatur nach Rheinsberg locken? Es kann natürlich sein, dass all diese Autoren, die jetzt in Rheinsberg auftreten, irgendwann auch in Berlin lesen. Aber hier kommen sie zusammen, an drei Tagen. Nicht nur unser Museum als einziges Literaturmuseum zum Werk und Leben von Kurt Tucholsky lohnt den Besuch, auch die anderen Veranstaltungsorte. Und wir haben hier eine außergewöhnliche Landschaft. Das ist eine besondere Empfehlung für das Wochenende: Man begegnet der Literatur, den Autorinnen und Autoren in einer anderen Umgebung.
Ist Rheinsberg auch darauf eingestellt, dass Leute übernachten könnten während der Festivalzeit? Klar, im September ist alles sehr ausgelastet. Aber es gibt noch Kapazitäten, auch in den umliegenden Ortsteilen, in Ferienwohnungen, Pensionen, auf Campingplätzen, da findet sich etwas.Und wenn man von Berlin nach Rheinsberg fährt und nicht das Auto nehmen will, wie lange braucht man da? An- und Abreise für den Eröffnungsabend ist ganz unkompliziert mit dem Regionalexpress. Wir laden zu einer Gala mit Anna Thalbach und Robert Stadlober zu Tucholsky. Für den Sonnabend haben wir einen Shuttle-Service vom Bahnhof Gransee morgens und abends nach der letzten Veranstaltung organisiert. Man kann also ein Tagesticket kaufen und dann diesen Shuttle-Service für ganz wenig Geld mit buchen. Unterwegs kann man Tucholskys „Bilderbuch für Verliebte“ hören, das spielt in Rheinsberg und ist bei ARD-Sounds kostenlos abrufbar. Dieser Text ist ungefähr so lang, wie die Fahrt von Berlin nach Rheinsberg dauert.









