Die Berlinische Galerie entdeckt Josef Kaiser und mit ihm die Architektur der DDR. Diese stand nach 1990 viel zu lang unter Ideologieverdacht.

Der erste Eindruck? Es blinkt. Es leuchtet. Und es hat Humor. Vor dem Ausstellungsraum empfängt eine Installation der amerikanischen Multimedia-Künstlerin Tracey Snelling das Publikum mit viel Farbe und guter Laune. Sie hat das schreibtischgroße Modell eines terrassierten Wohnhügels gebaut, dessen geometrische Form an einen rechteckigen Pyramidenstumpf erinnert.

Hinter jedem der zahlreichen Fenster flimmert ein eigener kleiner Film, vor dem Haus lümmeln vor allem kleine Pappmänner mit braungebrannten Sixpacks wie lauter Kens ohne Barbie am Pool herum – und sofort springt die Assoziationsmaschine an. Ah, hier geht es nicht nur um Architektur! Es geht um Ideen!

Zeichnungen, Collagen, Modelle

Es ist eine kleine und sehr aufschlussreiche Ausstellung, die sich derzeit in der Berlinischen Galerie über den bislang eher unbekannten DDR-Architekten Josef Kaiser hinter Snellings Intervention eröffnet. Zustande gekommen ist sie, weil der Sohn des DDR-Architekten den Nachlass seines Vaters dem Museum geschenkt hat.