Wie geopolitische Ziele und Kunstvermittlung in der DDR verwoben waren: Kunst aus der Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen in Berlin.
Uwe Pfeifer: „Straße I“, 1979. Aus dem Bestand des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK), ifa-Kunstsammlung
die arge lola; VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Lange war die Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen (ZfK) der DDR mehr oder weniger vergessen, jetzt wird sie mit Verve wieder zugänglich gemacht: Unter dem Obertitel „Publik machen“ sind in diesem Sommer sechs Ausstellungen in Berlin und Dresden zu sehen. Den Auftakt macht in Berlin „Rauschen“ in der ifa-Galerie, gefolgt von Präsentationen im Schloss Biesdorf, KVOST (Kunstverein Ost), Prater Galerie und der Galerie im Turm. Und in Dresden läuft bereits seit Mai eine Ausstellung über die Großen Kunstausstellungen der DDR in den 1980er Jahren.
Aufgabe des ZfK war es, DDR-Kunst im Ausland und internationale Kunst im Inland zu zeigen. Über 100 Präsentationen wurden jährlich auf den Weg gebracht: von der Großen Kunstausstellung, die alle fünf Jahre in Dresden stattfand und eine Art documenta der DDR war, bis zu Wanderausstellungen – nicht nur in „sozialistischen Bruderländern“, sondern auch im „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“. So gingen „Alte Meister aus Museen der DDR“ in die Mongolei und „Kunst aus dem Bezirk Halle“ nach Indien. In Rumänien wurde Glasgeblasenes aus dem Harz gezeigt, „Künstler zwischen Tradition und Experiment“ in Syrien und im Irak. Umgekehrt kamen polnische Plakatkunst nach Rostock und Gobelins aus der UdSSR nach Ostberlin.









