Niemand, der die AfD wählt, soll sich auf Frustration und Zukunftsängste berufen. Wer Faschisten wählt, nimmt freudig die Jagd auf Andersdenkende auf.

Mit Vollgas Richtung Faschismus

Daniel Biskup

D ie Wahllokale in Sachsen-Anhalt waren gerade erst eröffnet, da setzten schon die verharmlosenden Sprachspiele ein, die stets wie eine tibetanische Gebetsmühle in Schwung gebracht werden: Sind ja nicht alles Nazis, die meisten AfD-Wähler seien einfach frustriert. Doch nach diesem Wahlkampf kannte wohl jeder die radikalen Figuren hinter dem dauergrinsenden Uli mit dem Hamsterblick. Jede Wählerin konnte wissen, welch eine radikale Partei die AfD in Sachsen-Anhalt ist. Niemand hat sich hier aus Frust verwählt.

Wer im vollen Bewusstsein eine faschistische Partei wählt, ist ein Faschist, und nicht bloß ein unglücklicher Dödel, der nicht weiß, was er tut. Gewiss wäre die Sache weniger katastrophal ausgegangen, wenn es nicht ein gut begründetes Gefühl der Verunsicherung, Zukunftsangst und auch Kränkungen gäbe, die viele Menschen empfinden; vermutlich wäre es auch glimpflicher gekommen, würde in Berlin nicht eine weitgehend dysfunktionale Koalition regieren, mit Friedrich Merz an der Spitze, der personifizierten Unfähigkeit.