Alte Meister, heutige Körper: Der versprochene Dialog gelingt bei Ersan Mondtags und Nadim Sammans Performance „Alternde Meister“ in der Gemäldegalerie nicht immer.

Meist ziehen die Körper die Aufmerksamkeit auf sich: Die Performance „Alternde Meister“ in der Berliner Gemäldegalerie

Katrin Hammer/Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie

Der Raum in der Berliner Gemäldegalerie hat etwas von einer Zeitkapsel: ein hoher Saal, Fischgrätenparkett, steingraue Wände. An ihnen hängen Bilder, die Jahrhunderte überdauert haben: die acht erhaltenen Tafeln des „Wurzacher Altars“ von Hans Multscher aus dem Jahr 1437, eine Altartafel aus dem 13. Jahrhundert, deren Goldgrund noch immer leuchtet. Doch an diesem Montagvormittag zieht ein anderes Bild die Blicke auf sich.

In der Mitte des Saals liegt eine Frau im weißen Nachthemd auf einer hölzernen Museumsbank, den Rücken zum Publikum, das lange graue Haar offen, an den Füßen schmutzige weiße Socken. Unter der Bank liegt eine jüngere Frau im zu großen weißen T-Shirt, die Beine angezogen, das Gesicht dem Eingang zugewandt. Die Gemälde an den Wänden sind da. Doch der Blick der Besucher gehört den zwei lebendigen Körpern im Raum.