PfadnavigationHomeIconPradaWarum der Zwiebellook die neue Rüstung für Frauen ist Von Caroline BörgerManaging Editor ICON, MR ICON und DIE STILISTENStand: 08.09.2026Lesedauer: 2 MinutenMit Blouson-Jacke: Bella Hadids erster von vier Runway-Looks der Prada Herbst/Winter-Show 2026/27Quelle: picture alliance/IK ALDAMA21 Stunden Handarbeit, eine alte Textiltechnik und eine Jacke, die danach aussieht, als hätte sie bereits ein ganzes Leben gelebt. Wie Prada aus einem Blouson ein Unikat macht — und warum jedes Stück anders aussieht.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenMiuccia Prada- und Raf Simons-Kollektionen sind oft kreativer Kommentar auf die Lebensrealität von Frauen. Im Zentrum der aktuellen Kollektion steht das Thema Layering. Auf Deutsch: der Zwiebellook auf höchstem Niveau. Entsprechend war das dazugehörige Defilee eine kontinuierliche Entblätterung von 15 Models, die mit jeder Runde eine weitere Hülle abwarfen – auch als Anspielung auf das weibliche Multitasking und die wechselnden Anforderungen, die an Frauen gemeinhin gestellt werden. Viele der gezeigten Kleidungsstücke bestehen dabei in sich selbst aus Schichten, die hier und da hervorblitzen und ihnen so ihren unverwechselbaren Charakter verleihen. Deutlich zeigt das Look 10, ein schwarzer Blouson. Auf den ersten Blick: sehr Prada-artig. Doch die Solidität wird gebrochen: breite Schultern fallen weich, die Oberflächen wirken wie von der Zeit bearbeitet. Lesen Sie auchPatina entsteht durch oxidierte Nähte sowie konstruierten Abrieb an strategischen Stellen. Der scheinbare Makel, ein künstlerisch eingefangener Moment der Verwandlung, der das Teil begehrenswert macht. Oder wie Raf Simons nach der Show betonte: „Die Kleidungsstücke vermitteln den Eindruck eines gelebten Lebens.“ Erreicht wird dieser Effekt durch Devoré, auch Ausbrennverfahren genannt. Es ist ein chemisches Textilverfahren, bei dem Muster in Mischgewebe geätzt oder, wie im Falle von Prada, geschnitten werden. Look 10 entsteht im Designstudio in Mailand. Dort wird die Jacke zugeschnitten und zusammengenäht. Erst dann beginnt die entscheidende Verwandlung durch die Devoré-Behandlung. Das Material übernimmt. Baumwollpopeline und Woll-Hahnentritt sind bei dem Blouson zu einem doppelseitigen Textil verbunden: Popeline außen, Wolle zunächst verborgen im Inneren. An zuvor definierten Stellen wird die äußere Popeline-Schicht teilweise abgetragen, bis die Wollstruktur hervortritt. Die waldgrünen Popeline-Manschetten werden eigens gefärbt und behandelt. 21 Stunden verbringen die Meister bei Prada an diesem einen Stück. Farbton, Abrieb und Abtragung variieren wegen der Handarbeit leicht – und so wird jede Jacke zum Unikat mit eigenem Stil und Persönlichkeit; womit wir wieder bei den multitaskenden Frauen wären.
Prada: Warum der Zwiebellook die neue Rüstung für Frauen ist - WELT
21 Stunden Handarbeit, eine alte Textiltechnik und eine Jacke, die danach aussieht, als hätte sie bereits ein ganzes Leben gelebt. Wie Prada aus einem Blouson ein Unikat macht — und warum jedes Stück anders aussieht.







