Als die Models am Sonntagnachmittag auf der Mailänder Herrenmodewoche bei Prada über den Laufsteg liefen, fielen zwei Dinge ins Auge: Die Hosen und Jacken waren ziemlich skinny – ihre Träger ausnahmslos auch. Damit hat ein Trend seine finale Form erreicht, der sich schon seit einer Weile abzeichnet: Die Silhouette wird knalleng. Ade, Baggy Jeans! Parallel zur Frauenmode wird das Bein nun auch bei den Herren wieder schmal geschnitten.Von Designerin Miuccia Prada und Designer Raf Simons wurde die schmale Silhouette als eine Suche nach Bodenständigkeit kommuniziert. Im Statement zur Kollektion ist die Rede davon, gegen die „Übertreibung und das nutzlose Design“ rebellieren zu wollen – ein Verzicht auf Experimente um des Experimentierens willen. Stattdessen präsentierten sie eine „Übung in Klarheit“. Bekannte Alltagsklassiker wie die Jeans wurden dabei auf eine extrem kontrollierte, lineare und körpernahe Silhouette reduziert. Befreit von jedem überflüssigen Detail, so das Credo der Designer, entstünden so zeitlose Stücke, die Modetrends und Epochen überdauern.

Zeitlos – für einen klaren physischen Phänotyp

Klingt zunächst nachvollziehbar, zumindest in der Theorie. In der Praxis setzt dieser Kleidungsstil einen sehr schlanken Körper voraus und dürfte deshalb nur für einen vergleichsweise kleinen Teil der Bevölkerung ohne Weiteres tragbar sein.