Nach der desaströsen Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt steht Bundeskanzler Merz in der Kritik. Der will nicht weichen – aber mehr auf Emotionen setzen.

Schockiert, aber nicht rücktrittswillig: Friedrich Merz am Montag in Berlin

Nadja Wohlleben/reuters

Das Entsetzen ist groß, auch im Kanzleramt. Er sei „zutiefst schockiert“ über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, sagt Friedrich Merz, als er am Montagmittag nach den CDU-Gremiensitzungen in der Parteizentrale neben dem Wahlverlierer Sven Schulze auf der Bühne steht. Das Wahlergebnis, so der Kanzler weiter, werde nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändern, sondern im ganzen Land. „Und es hat Auswirkungen auch auf die internationale Lage.“

Die CDU war bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dramatisch abgestürzt, gerade mal 17 Prozent hat sie geholt. Der AfD fehlen im Landtag dagegen nur drei Stimmen zur absoluten Mehrheit. Es ist eine Zäsur: Erstmals seit 1945 stehen Rechtsextremisten in Deutschland kurz vor der Macht. Und die CDU konnte es nicht verhindern. Die Partei steckt in der größten Krise ihrer Geschichte, nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern im ganzen Land.