Die Polizei fahndet weiter nach dem mutmaßlichen Täter hinter mehreren Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz. Bislang habe man ihn nicht aufspüren können, teilte die Polizei mit. Am Sonntag hatte es einen Großeinsatz im Hambacher Forst nahe Köln gegeben, allerdings wurden dort keine Hinweise auf den Mann gefunden.In der Nacht gab es einen Einsatz an einem Umspannwerk in Wesel am Niederrhein. Einer Polizeistreife war dort ein Loch in einem Zaun aufgefallen. „Wir sind jetzt sensibilisiert in Bezug auf solche Einrichtungen und fahren dort vermehrt Streife“, sagte ein Polizeisprecher. Es habe an dem Umspannwerk aber keine weiteren Hinweise auf eine Straftat gegeben.Ursache für Feuer in Berlin war vermutlich ein KurzschlussEin Feuer hat in der Nacht mutmaßlich nach einem elektrischen Kurzschluss in Berlin-Mitte einen Teil eines Umspannwerkes beschädigt. Außerdem brannte ein Transporter auf einer Baustelle auf dem Gelände des Umspannwerkes. Aktuell gehe die Polizei davon aus, dass ein technischer Defekt den Kurzschluss ausgelöst habe, der zu einer Explosion und dem Brand geführt habe, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel im Innenausschuss.Die Untersuchung durch die Experten der Kriminaltechnik im Landeskriminalamt (LKA) laufe aber noch. Ermittelt werde in alle Richtungen, hatte Polizeisprecher Florian Nath am Morgen gesagt. Auch letzte Sabotageakte würden „mitgedacht“, es gebe aber noch keine belastbaren Beweise in irgendeine Richtung.Größere Stromausfälle gab es nach dem Feuer nicht. Die Stromversorgung in der Stadt sei nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher von Stromnetz Berlin der dpa. Verletzt wurde niemand. Allerdings fielen etwa 90 Ampeln aus und mussten wieder eingeschaltet werden. Nach dpa-Informationen könnten die Ampel-Ausfälle mit dem Brand zusammenhängen. Ampel-Anlagen reagieren teils sensibel auf Spannungsschwankungen im Stromnetz.Sprengvorrichtungen in Sachsen entschärftIn Sachsen wurden weitere selbst hergestellte Abschussvorrichtungen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen entdeckt. Die Sprengvorrichtungen seien durch Spezialkräfte entschärft worden, teilte das sächsische LKA mit. Damit erhöhe sich die Zahl der in allein Sachsen aufgefundenen Vorrichtungen nach Angaben der Behörden auf 21.Zu den Taten in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden für authentisch halten und dem gesuchten 48 Jahre alten Mann aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet zuordnen. Auch wegen „der Art der Sprengvorrichtungen“ werde ein Zusammenhang zu den Fällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen geprüft, schrieben die Behörden.Der Verdächtige hatte überall versucht, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über die Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen. In Bergheim zwischen Düsseldorf und Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Stromkraftwerks lahmgelegt worden, zu Stromausfällen kam es aber nicht. Auch bei Jänschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich.Dobrindt: Das Wissen des Briefeschreibers war eindeutig Täterwissen„Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen“, hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag gesagt. Es handele sich offensichtlich um „Klimaterrorismus“ eines Einzeltäters.Am Samstag veröffentlichten die Ermittler einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat. Die Ermittler hoffen weiterhin auf Hinweise von Zeugen. In der Wohnung des Tatverdächtigen hatten Fahnder Sprengstoff gefunden.Am Sonntag hatte es einen Großeinsatz im lange Zeit von Klimaaktivsten besetzten Hambacher Forst im Rheinischen Braunkohlerevier nahe Köln gegeben, nachdem der Camping-Lastwagen des Verdächtigen ganz in der Nähe gefunden wurde. Allerdings fanden die Beamten den Mann selbst nicht dort.In den Bekennerbriefen hatte der mutmaßliche 48 Jahre alte Täter die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begründet. „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen“, heißt es in den Briefen, die auch der F.A.Z. vorliegen. In allen drei betroffenen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.
Nach Stromnetz-Angriff: Suche nach Tatverdächtigem läuft weiter
Ein Großeinsatz im Hambacher Forst brachte keine neuen Hinweise auf den mutmaßlichen Täter. In Sachsen wurden Abschussvorrichtungen in der Nähe von Hochspannungstrassen entdeckt.










