Die AfD holt laut vorläufigem amtlichen Wahlergebnis nicht die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt. Das BSW wird Königsmacherin. Der Morgen nach der Wahl.

Sven Schulze verlässt am späten Abend die Wahlparty

Kay Nietfeld/dpa

rtr | Die AfD hat die Wahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis am frühen Montagmorgen aber verfehlt. Da das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) den Einzug in den Magdeburger Landtag schaffte, kommt die in Teilen rechtsextreme Partei auf 39 der insgesamt 83 Sitze und verpasst damit die Alleinregierung knapp. Beide Parteien stehen sich weniger ablehnend gegenüber, während sich CDU, SPD, Grüne und Linke bisher eindeutig gegen die in Teilen rechtsextreme AfD positioniert haben. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sprach von einem klaren Regierungsauftrag, den er aber nur annehmen wolle, wenn er in einer Koalition auch seine Inhalte durchsetzen könne.

Nach der vollständigen Auszählung aller Stimmzettel kam die AfD auf 43,8 Prozent. Die Partei konnte ihr Ergebnis von 2021 damit mehr als verdoppeln. Siegmund selbst gewann sein Direktmandat mit 49,0 Prozent deutlich gegen den CDU-Kandidaten Thomas Staudt. Die CDU stürzte landesweit ab und lag nur noch bei 17,2 Prozent, fast halb so viel wie 2021. SPD (9,3 Prozent), Grüne (8,9 Prozent) und Linke (8,6 Prozent) landeten im einstelligen Bereich. Das BSW schaffte mit 5,3 Prozent den Einzug, während die FDP mit 2,6 Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Die Wahlbeteiligung lag ‌bei 77,8 Prozent.