Schematische Figuren, sexualisierte Frauen. Unsere Autorin fragt sich: Was finden Buchpreisjurys nur an den immer gleichen Büchern von Heinz Strunk?

Der Autor Heinz Strunk

Georg Wendt/dpa

Neues aus der Strunk-Schablone: Der Autor Heinz Strunk wärmt desillusionierte Befindlichkeiten alter weißer Männer Buch für Buch neu auf. An Originalität legt er dabei nicht zu. Für den Deutschen Buchpreis wird er dennoch verlässlich nominiert. Wie ist das möglich?

„Was man sagt, ist man selber“, behauptet ein im Kindergarten erlerntes Sprichwort. Strunk, der Kinderbüchern vor Kurzem eine Tendenz zur Unterforderung attestierte, hat demnach Anlass, sich an die eigene Nase zu fassen: Figuren, Motive und Handlungsorte seines neuen Romans „Memories of Heidelberg“ sind vom Autor allesamt bereits in vorherigen Romanen und Kurzgeschichten – „Jürgen“ (2017), „Es ist immer so schön mit dir“ (2021) und dem Erzählband „Der gelbe Elefant“ (2023) – durchexerziert worden.