PfadnavigationHomePolitikKrieg in der Ukraine„Konstruktiv, inhaltsreich und vertrauensvoll“ – Kreml und Weißes Haus loben dreistündiges GesprächStand: 06.09.2026Lesedauer: 5 MinutenDrei Stunden sprachen Putin und die US-Gesandten Kushner und Witkoff in Moskau über den Ukraine-Krieg. Konkrete Friedensvorschläge blieben aus. Christoph Wanner berichtet über die jüngsten Entwicklungen.Putin hat sich bei dem Treffen mit Steve Witkoff und Jared Kushner laut dem Kreml überzeugt gezeigt, dass er seine Kriegsziele gegen die Ukraine erreicht. Washington spricht von „konkreten Plänen“ für die nächsten Schritte.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenIn Moskau sind die kurzfristig anberaumten neuen Gespräche zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine zwischen Kremlchef Wladimir Putin und den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner nach gut drei Stunden zu Ende gegangen. Anschließend haben sich beide Seiten positiv geäußert. Witkoff und Kushner hätten bei ihrem Gespräch mit Putin „konkrete Pläne“ für die nächsten Schritte zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erörtert, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Die Pläne sollten in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.Die US-Gesandten freuten sich auf „ebenso produktive Treffen morgen in der Ukraine“, teilte ein Vertreter des Weißen Hauses der Nachrichtenagentur AFP mit.Aus Moskau hieß es, Putin habe „äußerst ehrliche“ Gespräche mit den US-Vertretern darüber geführt, wie der Ukraine-Krieg beendet werden könnte. Witkoff und Kushner hätten „mehrere Ideen“ präsentiert. Der Kreml hat die nach langer Pause wieder aufgenommenen Gespräche als konstruktiv, inhaltsreich und vertrauensvoll bezeichnet. „Die amerikanischen Vertreter hatten sich gründlich auf diese Reise vorbereitet“, sagte Kreml-Berater Juri Uschakow vor Journalisten. „Sie brachten nicht nur ihr Interesse an einer raschen Beendigung der Kämpfe zum Ausdruck, sondern legten auch mehrere Ideen für mögliche Wege zu einer Lösung vor“, fügte er hinzu.Das Treffen habe gut drei Stunden gedauert. Putin habe sich einmal mehr überzeugt gezeigt, dass er die Ziele seines Krieges – den Russland militärische Spezialoperation nennt – erreichen werde, betonte Uschakow.Putin habe seine Einschätzung der Lage abgegeben. „Insbesondere wurden die tatsächlichen Erfolge der russischen Armee beim Vormarsch im Einsatzgebiet hervorgehoben“, sagte Uschakow. Allerdings geben Experten über die vermeintlichen und realen Fortschritte der Kriegsparteien im Frontgebiet unterschiedliche Einschätzungen ab. Immer wieder gibt es Zweifel, ob Putin von seinem Generalstab über das Bild wahrheitsgemäß informiert wird.Wichtig für Russland sei vor allem die Beseitigung der Grundursachen des Konflikts, sagte Uschakow. Dazu zählt Moskau etwa das Vorgehen Kiews gegen die in Teilen der Ukraine verbreitete russische Sprache.Uschakow sagte nichts zu neuen Vorschlägen, die laut Trump und Kreml bei dem Treffen präsentiert werden sollten. Putin setze darauf, dass Witkoff und Kushner die russische Sicht nun in Kiew übermittelten, betonte er. Das ließ zunächst nicht darauf schließen, dass es bei der Lösung des Konflikts Bewegung geben könnte.Witkoff und Kushner treffen Selenskyj in KiewDie beiden Gesandten reisen weiter in die ukrainische Hauptstadt, wo sie heute von Präsident Wolodymyr Selenskyj empfangen werden sollen. Nach mehreren Russland-Aufenthalten wird dies ihr erster Besuch in der Ukraine sein.Putin hat zugesichert, in einer auf drei Tage begrenzten Waffenruhe auf Luftangriffe gegen die Stadt Kiew zu verzichten. Selenskyj hatte aber dem russischen Militär vorgeworfen, vor der Anreise der US-Amerikaner demonstrativ die Kiewer Flughäfen Schuljany und Boryspil beschossen zu haben.Lesen Sie auchDie bisherigen Gespräche zwischen Putin und Trumps Gesandten hatten auch zu direkten Verhandlungen zwischen Russen und Ukrainern geführt. Sie gerieten allerdings ins Stocken und wurden dann gestoppt, weil Witkoff und Kushner in den vergangenen Monaten vorwiegend mit Trumps Krieg gegen den Iran beschäftigt waren.Zuvor übermittelte Putin zudem Trump die besten Wünsche – und bezeichnete die Situation, mit der sie sich bei den Verhandlungen befassen müssten, als „schwierig“. Gleichzeitig erklärte er, dass Kushner und Wittkoff das Vertrauen der russischen Seite hätten. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel“, hieß es.Peskow hatte die zunächst vom ukrainischen Präsidenten Selenskyj angekündigte Wiederaufnahme von Verhandlungen erst nach Ankunft von Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner in Moskau bestätigt. Demnach haben die US-Unterhändler neue Vorschläge im Gepäck. Lesen Sie auchTrump nannte seinen Golfpartner Witkoff und seinen Schwiegersohn Kushner „zwei großartige Verhandler“. „Wir haben sie hingeschickt, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können“, sagte er vor Journalisten. Es gebe möglicherweise eine gute Chance dafür, fügte er hinzu. Ob der Plan Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland vorsieht, sagte der US-Präsident nicht. Er sagte lediglich: „Wir haben eine Idee für den Frieden.“Putin hat derweil eine dreitägige Waffenruhe für die ukrainische Hauptstadt Kiew angeordnet. Sie soll gewährleisten, dass Witkoff und Kushner, die bereits mehrfach in Russland zu Gesprächen waren, erstmals überhaupt auch Kiew besuchen können. Der Kremlchef hatte die beiden den ganzen Tag warten lassen. Er nahm eine neue Metro-Linie in Moskau und einen neuen riesigen Ölterminal samt Pipeline in Sibirien per Videoschalte in Betrieb, zudem traf er vor der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September auch Spitzenkandidaten der Kremlpartei Geeintes Russland.Selenskyj bekräftigte indes, dass er die beiden Gesandten Trumps an diesem Sonntag in Kiew erwarte. Der ukrainische Präsident bestätigte seine früheren Angaben, nach denen die dreitägige Waffenruhe aus ukrainischer Sicht bereits in Kraft sei. Er hoffe, dass sich auch Putin an seine eigene Ankündigung der Waffenruhe halte.Die bisherigen Gespräche zwischen Putin und Trumps Gesandten führten auch zu direkten Verhandlungen zwischen Russen und Ukrainern. Sie gerieten allerdings erst ins Stocken und wurden dann gestoppt, weil Witkoff und Kushner in den vergangenen Monaten vorwiegend mit Trumps Krieg gegen den Iran beschäftigt waren. Da Russland den Iran unterstützt in dem Konflikt, spekulierten kremlnahe Experten, ob Witkoff und Kushner womöglich auch das Thema Iran ansprechen.AFP/dpa/rtr/afp/kami/lay/saha