Der Berliner Senat weigerte sich, ein Millionenlösegeld zu zahlen. Die Hackergruppe Rhysida hat daher zahlreiche erbeutete Daten veröffentlicht. Experten warnen nun vor Phishingattacken und Identitätsdiebstählen.

05.09.2026, 09.25 Uhr

Sitz des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn: Warnung nach Rhysida-Attacke

Nach der Veröffentlichung von Daten der Berliner Verwaltung durch Cyberkriminelle geht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) von einer erhöhten Bedrohungslage aus. »Das BSI weist explizit darauf hin, dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können«, erklärte ein Sprecher.

Für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack-and-Leak-Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.Tat vermutlich »ausschließlich finanziell motiviert«Dass die kriminellen Hacker, die nach dem Ablauf ihres Ultimatums an den Berliner Senat die von ihnen erbeuteten Daten online gestellt haben, eine politische Absicht verfolgen, wird laut dem BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat »ausschließlich finanziell motiviert« gewesen sei.