Der jüngste Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz hat sich zu einem Sicherheitsdebakel ausgewachsen. Die mutmaßlich russischsprachige Ransomware-Gruppe Rhysida erpresste das Land um 30 Bitcoin (rund zwei Millionen Euro). Nach Ablauf des Ultimatums veröffentlichte die Gruppe ein rund 5,7 Terabyte großes Datenpaket mit rund 1,44 Millionen Dateien im Darknet. Unter den geleakten Daten befinden sich Personalakten, Verträge und Passwörter von Verwaltungsbeschäftigten sowie Informationen von Bürgern. Noch bedrohlicher dürfte aber der Abfluss hochsensibler Sicherheitsdokumente sein.

Das Leck umfasst Notfall- und Schutzkonzepte zur zivilen Verteidigung, Dokumente zu Kasernen sowie Detailpläne zu kritischen Infrastrukturen wie Wasser- und Heizkraftwerken, Umspannwerken, Notstromanlagen und Rüstungsbetrieben. Sogar Baupläne von Justizvollzugsanstalten sind nun öffentlich einsehbar.

Betroffen sind vor allem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Sie betreiben eigene IT-Strukturen und werden nicht direkt vom zentralen IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) verwaltet.

Nationale Dimension

Da auch vertrauliche Papiere der Bundeswehr und der Bundesregierung betroffen sind, schalten sich jetzt Bundesbehörden ein. Das Operative Führungskommando der Bundeswehr, das Nationale Cyberabwehrzentrum und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) prüfen aktuell die Sicherheitsrisiken und haben erste Analyseergebnisse herausgegeben.