Sahra Wagenknecht hätte es vermutlich geschmeichelt, wenn sie die Regierungskoalition in Thüringen zu Fall gebracht hätte. Aber auch diesen Gefallen taten ihr die abtrünnigen BSW-Abgeordneten nicht. Die Koalition in Erfurt kann weiter regieren. Sie muss sich vorerst nur von der Brombeere verabschieden. Das ist eine gute Nachricht. Das Bekenntnis der BSW-Abgeordneten, das Kabinett von Ministerpräsident Voigt weiter zu unterstützen, dürften eigennützige Motive erleichtert haben.Aber sie haben damit auch jenes politische Verantwortungsbewusstsein erkennen lassen, das ihrer ehemaligen Parteivorsitzenden völlig abgeht. Ein Scheitern der Regierung Voigt wäre ein schwerer Schlag für Thüringen gewesen. Ein größeres Geschenk könnte Wagenknecht der AfD kaum machen.Menetekel oder Einzelfall?Die Parteigründerin hat den pragmatischen Kurs des BSW in Thüringen von Anfang an torpediert. Sie handelte nach dem Motto „Mein Wille geschehe, koste es, was es wolle“. Wagenknechts Selbstherrlichkeit ist nicht der einzige, aber der entscheidende Grund für das Zerbrechen der Fraktion. Aufhorchen ließ, dass vor allem ihr Schmusekurs mit der AfD Anstoß erregte. Nicht alle in der Partei scheinen bereit zu sein, ihre linken Überzeugungen ohne Weiteres dem skrupellosen machtpolitischen Kalkül Wagenknechts zu opfern.Die BSW-Vorsitzende wird den unbotmäßigen Abgeordneten keine Träne nachweinen. Ob das Regieren für Ministerpräsident Voigt nun einfacher wird, ist allerdings nicht ausgemacht. Ebenso offen ist, ob Thüringen ein Einzelfall oder ein Menetekel für das BSW ist.
BSW in Thüringen: Wagenknechts Wille ist nicht geschehen
Sahra Wagenknecht ist es gelungen, ihre eigene Fraktion in Erfurt zu zerlegen. Aber die ausgetretenen BSW-Abgeordneten zeigten Verantwortungsbewusstsein.














