Die Wahlkampfveranstaltung trug den Titel »Wütend auf den Kapitalismus«. Zu den Gästen der Partei Die Linke in Berlin-Neukölln gehörten unter anderem der neue Intendant der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal, die Autorin Deborah Feldman und der Regisseur Volker Lösch. Sowie der Rapper Dahabflex, der gegen Ende der Veranstaltung seinen Song Stop the Genocide zu Gehör brachte und damit für große Aufregung sorgte. Zeilen wie »Yalla Yalla Intifada« und »Death to the IDF« fallen darin, also: Tod dem israelischen Militär. Den Veranstaltern wurden danach Vorwürfe wegen antisemitischer Agitation gemacht, von Politikern jener Parteien, die im Berliner Wahlkampf mit der Linken konkurrieren, aber auch von der Berliner Spitzenkandidatin der Linken selbst, Elif Eralp. Sie verurteile den Auftritt von Dahabflex aufs Schärfste. »Aufrufe zur Gewalt und zur Tötung von Menschen sind absolut inakzeptabel«, sagte Eralp, »die Verantwortlichen hätten sofort intervenieren müssen.«
Der Vorfall wirft erstens die Frage auf, ob die berechtigte Sorge um das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung in Gaza und in den völkerrechtswidrig von Israel besetzten Gebieten im Westjordanland in Teilen der Linkspartei nicht umschlägt in einen Antisemitismus, der sich auch nährt aus der Legitimierung und Romantisierung des palästinensischen und islamistischen Terrorismus. Und zweitens, ob die Berliner Spitzenkandidatin Elif Eralp ihren Laden eigentlich noch im Griff hat. Ruiniert die zu beobachtende Radikalisierung vieler jüngerer Mitglieder der Linken gerade deren Koalitionsfähigkeit mit den Parteien der bürgerlichen Mitte? Diese wird es jedenfalls brauchen, um Eralp nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 20. September zur Regierenden Bürgermeisterin zu machen. Je nach Umfrage liegen derzeit die Linke oder die CDU vorn.










