Den Ruf nach einer Intifada bei einer Wahlveranstaltung der Linken hat auch die Konkurrenz gehört. Der Nahost-Konflikt poltert in den Berliner Wahlkampf.

Palästinasolidarische Stimmen sind in Berlin oft zu hören

Babak Bordbar/Middle East Images/imago

K ann ein Rapper über die Zukunft einer Stadt entscheiden? In Berlin ist das zur Zeit ein durchaus reales Szenario. Womöglich hat der linksradikale Rapper Dahabflex mit einem Auftritt am letzten Augustwochenende eine Koalition von Linken, SPD und Grünen nach der Abgeordnetenhauswahl am 20. September verhindert. Anstatt dass hohe Mieten bekämpft, die Verkehrswende vorangetrieben und Sozial- und Kulturpolitik wieder ernst genommen werden, drohen vier weitere Jahre mit der CDU im Senat.

Nun ist der ganze Schlamassel kaum einem Rapper anzulasten, der mit aneinandergereihten Parolen tut, was er eben tut: überspitzen, polemisieren und der Wut junger antiimperialistischer Linker eine Stimme geben. So rappt er etwa in seinem Song „Stop the Genocide“ von der „Initifada“, also dem palästinensischen Widerstand, und „Death, death to the IDF“. Man kann das auch wegen der Nennung der militanten Gruppierung PFLP getrost als Gewaltaufruf lesen – oder dem Rapper glauben, wenn er sich in einem Interview davon distanziert. Ein bedeutendes politisches Statement ist es nicht.