Möglicher Anschlag auf Rüstungsfirma in München, Verdächtige festgenommenDas Unternehmen ist ein wichtiger Partner der deutschen Bundeswehr. Es ist nicht der erste Anschlag auf diese Firma.Armin Arbeiter, Berlin03.09.2026, 14.17 Uhr2 LeseminutenDie Münchener Polizei sperrte das Gebiet vor dem Rüstungsunternehmen ab, die Verdächtigen wurden festgenommen.Peter Kneffel / DPADie Angriffe auf kritische Infrastruktur in Deutschland gehen weiter. Nach versuchten Anschlägen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen verübten mutmasslich zwei Bulgaren eine Brandattacke in München. Ermittler vermuten einen politisch motivierten versuchten Anschlag auf ein Unternehmen aus dem Rüstungsbereich. Die Brandsätze wurden unmittelbar vor der Münchner Zentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz geworfen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Konzern ist unter anderem auf Funkkommunikation, elektronische Aufklärung, elektronische Kampfführung und zunehmend Systeme zur Drohnenabwehr spezialisiert. Für die Bundeswehr spielt Rohde & Schwarz insbesondere bei der Digitalisierung der Landstreitkräfte eine Schlüsselrolle. In einem Grossprojekt liefert der Konzern die digitalen Führungsfunkgeräte, über die Soldaten und Fahrzeuge abhörsicher Sprache und Daten austauschen sollen.Spezialkräfte entschärften BrandsatzEin Sprecher des Landeskriminalamtes in Bayern sagte, es werde wegen eines politischen Hintergrunds ermittelt. In der Nacht zum Donnerstag warfen die zwei Verdächtigen mehrere Brandsätze auf eine Baustelle, an der ein neuer Bürokomplex des Unternehmens entstehen soll. Mindestens einer der Brandsätze habe ein Feuer ausgelöst, Polizisten hätten es gelöscht. Grösserer Schaden sei nicht entstanden, sagte der Polizeisprecher. Ein weiterer Brandsatz musste von Spezialkräften entschärft werden.Die Verdächtigen wurden später an einer Tankstelle festgenommen. Motiv und Rolle der beiden festgenommenen Bulgaren sind weiterhin ungeklärt.Nicht der erste Anschlag auf Rohde & SchwarzEs ist nicht das erste Mal, dass Rohde & Schwarz Ziel eines Anschlags war: Am 21. Mai 2021 legten Unbekannte Feuer an Starkstromkabeln in einer Baugrube. Mehr als 20 000 Haushalte waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Später erschien auf einer linksextremen Plattform ein Bekennerschreiben, in dem das Unternehmen als ausdrückliches Ziel genannt wurde. Der Fall wurde jedoch nie aufgeklärt.Seither haben sich Drohungen und Vorfälle gehäuft. Das deutsche Bundeskriminalamt warnte bereits im August 2025 vor einer steigenden Zahl politisch motivierter Straftaten gegen Rüstungsunternehmen, Zulieferer und Partner. Damals standen insbesondere linksextremistische Akteure im Fokus. Firmenadressen, Lieferwege und Namen von Führungskräften wurden teilweise offen im Netz verbreitet.Mittlerweile hat sich auch die Bedrohung durch russische Akteure erheblich verschärft. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, sagte im März 2026, Russland zeige einen deutlich höheren «Risikoappetit». Es gehe nicht mehr nur um klassische Spionage und Cyberangriffe, sondern auch um Sabotage und möglicherweise Tötungsoperationen.Zu den besonders gefährdeten Branchen zählt die Rüstungsindustrie. Sicherheitsbehörden beobachten zudem verdächtige Drohnen über Werken, Ausspähungen von Firmengeländen und Versuche der Online-Manipulation von Beschäftigten. Erst am Dienstag machte die deutsche Regierung Moskau für den Drohnenanschlag auf den Leipziger Flughafen Anfang August verantwortlich.Passend zum Artikel