Kinder sind im Internet womöglich häufiger sexuellem Missbrauch ausgesetzt als bisher angenommen. Das zeigt eine Unicef-Untersuchung in 21 Ländern.

Nahezu 60 Prozent der Fälle ereignen sich der Studie zufolge auf Social-Media-Plattformen

Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn

kna | Jedes fünfte Kind ist innerhalb eines Jahres im Internet sexuell missbraucht oder ausgebeutet worden. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor. Untersuchungen dafür wurden in 21 Ländern durchgeführt. Dort sind nach Schätzungen der Organisation 20 Millionen Mädchen und Jungen betroffen. Deutschland gehörte nicht zu den untersuchten Ländern.

Laut Bericht „Through Children's Eyes: How Digital Technologies Enable Child Sexual Abuse“ wurden mehr als 15 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren ungewollt sexuellen Inhalten ausgesetzt. 9 Millionen wurden demnach aufgefordert, gegen ihren Willen sexuelle Gespräche zu führen oder sexuelle Bilder zu teilen. Von 4 Millionen wurden sexuelle Bilder ohne ihre Zustimmung weiterverbreitet. Unicef schätzt das Ausmaß jedoch weit größer ein, denn: Viele Kinder würden die Erlebnisse nicht melden.