In Russland ist die Leiterin eines Kinderhospizes wegen angeblicher Kritik an der russischen Armee festgenommen worden. Seine Mandantin Lida Moniawa werde verdächtigt, »Falschinformationen« über die russischen Streitkräfte verbreitet zu haben, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Anklage wirft der 38-Jährigen demnach vor, aus »politischem Hass« gehandelt zu haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.

Moniawa ist Gründerin und Leiterin einer Wohltätigkeitsorganisation mit Sitz in Moskau, die sich für die Sterbebegleitung von Kindern und jungen Erwachsenen einsetzt. Ihre Festnahme geht ihrem Anwalt zufolge auf einen Beitrag im Onlinedienst Telegram von 2023 anlässlich des ersten Jahrestags des Ukrainekriegs zurück. Darin verwies Moniawa demnach auf Uno-Daten zu Tausenden zivilen Opfern.Russin bekannte sich »nicht schuldig«Das für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständige russische Ermittlungskomitee teilte mit, dass Moniawa wegen der »vorsätzlichen Verbreitung von Falschinformationen über den Einsatz der russischen Streitkräfte« angeklagt worden sei. »Moniawa wurde festgenommen. Bei der Vernehmung bekannte sie sich hinsichtlich der ihr zur Last gelegten Tat nicht schuldig«, hieß es in der Erklärung.