Am letzten Transfertag bastelt Eintracht Frankfurt wild an ihrem Kader herum. Das fällt auf Sportvorstand Markus Krösche zurück. Kommt es zur Trennung?

Einst als Machertyp gefeiert, wird Markus Krösche für seine jüngsten Entscheidungen hart kritisiert

Jan Huebner/imago

Späte Bastelarbeiten am Kader sind selten ein Indiz für eine kluge Personalpolitik. Insofern ist es fast entlarvend, dass auch die Presseabteilung von Eintracht Frankfurt am Deadline Day eine Nachtschicht einlegen musste, um alle Abgänge ordnungsgemäß zu kommunizieren. Immer nach demselben Muster: Leihgeschäft mit Kaufoption. Erst wechselte Linksverteidiger Niels Nkounkou nach Frankreich zur OGC Nizza, dann zog es Mittelfeldmann Hugo Larsson zum FC Fulham nach England, ehe die Hessen um 1.45 Uhr auch den Abgang von Flügelflitzer Jean-Mattéo Bahoya zu Leeds United mit einer Kaufpflicht vermeldeten. Die Deals mit Larsson und Bahoya könnte der Eintracht in der Summe fast 50 Millionen Euro aus der Premier League bringen – allerdings erst nächsten Sommer.

Die Eintracht war bereits jetzt gezwungen, den aufgeblähten, überteuerten Kader auf den letzten Drücker auszudünnen, weil erstmals seit sechs Jahren das internationale Geschäft verpasst wurde. Kritisch beäugt wird daher Sportvorstand Markus Krösche. Dem einst für seine listigen Deals gefeierten Manager wird vorgeworfen, dass Gehaltskosten, Beraterprovisionen und andere Aufwendungen ausgeufert sind. Der vor fünf Jahren als Nachfolger für Fredi Bobic installierte Sportvorstand ist angezählt. Intern geht der Vorwurf um, der einst smarte Macher und geschickte Zocker sei sprunghaft, schwer greifbar geworden.