Geht er? Bleibt er? In der unendlichen Geschichte zwischen Markus Krösche und der Eintracht ist ein Ende in Sicht. Noch nicht heute allerdings. Vorerst ist Weitermachen die richtige Entscheidung für beide Seiten. Der Vertrag von Krösche läuft noch bis zum Sommer 2028. Er gilt als einer der bestbezahlten deutschen Fußballfunktionäre, ihn freizustellen, hätte die Eintracht viel Geld gekostet. Geld, das der Manager selbst eingetrieben hat.Die Eintracht hat, glaubt man dem Bewertungsportal „Transfermarkt.de“, in diesem Transfersommer ein Viertel ihres Spielerwerts eingebüßt. Sie hat deshalb auch ein erhebliches Transferplus erzielt. Aber dieses Plus, so schön es für die Frankfurter auch ist, hat Folgen. Geht man davon aus, dass der Markt sich Preise nicht völlig willkürlich ausdenkt, ist ein logischer Schluss: Ein 20-Millionen-Euro-Spieler ist schlechter als ein 40-Millionen-Euro-Spieler, zumindest für den Moment.Das gilt auch für eine Fußballmannschaft. Wer jedes Jahr mit Transfers Geld verdienen muss, wird nicht besser. Er kann sich als Klub strukturell verbessern, das ist der Eintracht lange gelungen. Aber auf dem Feld hat sie sich in diesem Sommer nach Platz acht im vergangenen Jahr nicht verbessert. Ihre Bank ist vor allem im Sturm unbesetzt, ihre Abwehr unerfahren. Im zentralen Mittelfeld, der langjährigen Schwachstelle, und im Tor ist sie allerdings stärker.Im Tor jetzt besser: Noah Atubolu kam im Sommer vom SC Freiburg.ReutersKrösche hat Fehler gemacht, er hat Spielern teure Verträge gegeben, er lag in seiner Einschätzung bei manch einem Mittelklassespieler daneben. Aber er ist immer noch einer der erfolgreichsten und gewieftesten deutschen Fußballmanager. Der geforderte Transferüberschuss muss erzielt werden, weil die Eintracht ein Risiko eingeht: Sie gibt Talenten gute Verträge, in der Hoffnung, sie zu verkaufen und so strukturell zu wachsen.Das ging bisher immer gut, und das tat es auch in diesem Sommer. Krösche ist zum Gesicht des Geschäftsmodells Eintracht geworden. In Wahrheit aber ist das nicht das Geschäftsmodell Eintracht, sondern das Geschäftsmodell Bundesliga. Die Strategie wird nicht verschwinden, wenn Krösche geht, so sehr sich das auch manch ein Fan wünscht. 17 (oder 14, je nach Zählweise) von 18 Bundesligaklubs müssen mehr Geld mit Transfers verdienen, als sie für sie ausgeben.Krösches Verhältnis zu Adi Hütter ist eine übliche Verbindung zwischen einem kurzfristig denkenden Trainer und einem mittelfristig denkenden Manager. Aber auch Krösche wirkte zuletzt genervt, als er am ersten Spieltag in Berlin darauf angesprochen wurde. Die Mailand-Wochen, die Veröffentlichung des kroatischen Immobiliendeals, der vermeintliche Konflikt mit Hütter – vieles ist in diesem Sommer in Frankfurt passiert. Manches davon ist selbst verschuldet, manches nicht.Für beide Seiten ist es besser, sich früher oder später zu trennen. Der Frieden vom Mittwoch ist also ein Frieden auf Zeit. Oder ein Frieden bis zum nächsten Anruf aus Mailand.
Eintracht Frankfurt: Krösches Verbleib ist ein Frieden auf Zeit
Sportvorstand Markus Krösche bleibt in Frankfurt – vorerst. So richtig die Entscheidung für den Moment ist, so ungewiss ist ein längerer Verbleib von ihm. Für beide Seiten wäre eine Trennung richtig.











